Der Start in den Februar könnte für Pendler herausfordernd werden: Wegen Wetter und Warnstreiks. Die Gewerkschaft Verdi hat in fast allen Bundesländern zu Arbeitsniederlegungen bei den Verkehrsunternehmen aufgerufen. Dadurch drohen erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr – und das bei teilweise frostigen Temperaturen und Glatteis.
Verdi will in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber machen. Niedersachsen ist nicht betroffen, da dort noch die Friedenspflicht gilt.
Warnstreik bei miesem Wetter
In den seit November laufenden Verhandlungen, die in 15 Bundesländern meist mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden geführt werden, fordert die Gewerkschaft deutlich bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.
Alle, die am Montag das Haus verlassen müssen, werden sich also nicht darauf verlassen können, mit Bus und Bahn an ihr Ziel zu kommen. Daher dürfte es auf den Straßen voll werden – und das bei erwartender Glätte. Vorsicht ist also angebracht.
(K)Eine Ausnahme macht dabei die Hauptstadt. In Berlin werden die Straßenbahnen trotz Warnstreiks im Einsatz sein. Grund: Auf diese Weise soll das Einfrieren der Oberleitungen verhindert werden. Die Trambahnen werden allerdings keine Fahrgäste mitnehmen. Einen entsprechenden Kompromiss haben Verdi und die Berliner Verkehrsbetriebe beschlossen.
Keine Party für die EM-Handballer
Der Warnstreik hat einen unerwarteten Nebeneffekt: Wegen der Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr wird es keine EM-Party für die deutschen Handballer geben. "Planungen für einen großen Empfang in der Heimat musste der Deutsche Handballbund am Freitag stoppen", teilte der Verband mit. Die DHB-Auswahl steht am Sonntagabend im Europameisterschaftsfinale gegen Dänemark. Nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA war ein Empfang in Hannover oder Köln in Erwägung gezogen worden. Stattdessen dürfte die Mannschaft, die Silber sicher hat, im Frühjahr geehrt werden.