Tarifverhandlungen Lufthansa drohen Streiks


Der Lufthansa können schon in allernächster Zeit Warnstreiks ins Hause stehen: Die Flugbegleiter sind mit dem Verlauf der Tarifrunde unzufrieden und haben die Verhandlungen abgebrochen. Die Gewerkschaft fordert 15 Prozent mehr Gehalt für die nächsten zwölf Monate.

Im Tarifstreit bei der Lufthansa droht die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo dem Unternehmen nach der dritten ergebnislosen Verhandlungsrunde mit Warnstreiks. "Wir haben die Verhandlungen abgebrochen und reden jetzt über Arbeitskampfmaßnahmen", sagte Ufo-Verhandlungsführer Joachim Müller am Freitagabend zu Reuters. Bereits in der kommenden Woche könne es zu ersten Arbeitsniederlegungen kommen. Wann und wo diese stattfinden könnten, solle in den kommenden Tagen entschieden werden, sagte Müller. Die Friedenspflicht ist zu Jahresbeginn ausgelaufen.

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) verlangt für die rund 16.000 Beschäftigten ein Lohn- und Gehaltsplus von 15 Prozent für zwölf Monate. Diese Forderung setzt sich aus einer tabellenwirksamen Gehaltserhöhung und besseren Arbeitsbedingungen zusammen. Die Lufthansa hatte ihr Angebot am Freitag inklusive einer Ergebnisbeteiligung und besseren Arbeitsbedingungen auf bis zu zehn Prozent von zuletzt bis zu 9,1 Prozent erhöht.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, das vorgelegte Angebotspaket rechtfertige aus Sicht des Unternehmens keinen Streik. Lufthansa forderte Ufo auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren und sich den "wirtschaftlichen Realitäten" zu stellen. Durch die schwächelnde Konjunktur verzeichnet die Fluggesellschaft seit Monaten sinkende Passagierzahlen. Die Ergebniserwartung für das vergangene Jahr hatte Lufthansa zuletzt auf 1,1 Milliarden Euro reduziert.

Ein Arbeitskampf käme für das Unternehmen in der schwierigen Wirtschaftslage zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Bei vergangenen Tarifkonflikten hatte schon die Ankündigung von Streiks zu Buchungsrückgängen bei der größten deutschen Fluggesellschaft geführt. Ein großangelegter Streik wäre aber auch für die 1992 gegründete Gewerkschaft eine Bewährungsprobe. Sie ist erst seit 2002 offiziell anerkannter Tarifpartner der Lufthansa und hat noch nie in ihrer Geschichte zu einem Streik aufgerufen. Allerdings gilt Ufo als wesentlich besser organisiert als die konkurrierende Gewerkschaft Verdi. "Unser Rückhalt bei den Beschäftigten ist sehr hoch", zeigte sich Müller zuversichtlich.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker