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Telekom De-Mail-Start Bequem wie eine eMail, rechtsverbindlich wie ein Brief


17,5 Milliarden Briefe werden in Deutschland jährlich versendet, die meisten sind Geschäftspost. Hier können Bürger und Unternehmen viel Mühe und Geld sparen, hoffen die Befürworter der neuen De-Mail.

Kunden der Deutschen Telekom können bald Briefe per E-Mail verschicken. "Mit De-Mail wird die Gigabit-Gesellschaft wieder ein Stück mehr Realität, denn De-Mail kombiniert die Vorteile des Internets mit denen schriftlicher Kommunikation", sagte Telekom-Chef Rene Obermann am Donnerstag. Damit bekommt die Deutsche Post Konkurrenz - sie hat mit dem E-Postbrief bereits seit zwei Jahren ein Kombi-Produkt aus E-Mail und Brief im Programm.

17,5 Milliarden Briefe werden pro Jahr in Deutschland verschickt, die meisten geschäftlich. Bislang bietet die E-Mail dazu keine echte Alternative. Mitlesen ist möglich, das Fälschen von Absenderangaben ebenfalls. Das soll bei der De-Mail anders sein: Die gesetzlich vorgeschriebenen De-Mail-Standards machen die Unterschrift überflüssig, der elektronische Sende- und Empfangsbeleg wirkt wie ein Einschreiben. Die Datensicherheit sei durch Verschlüsselungen garantiert. Die digitalen Briefe, die aussehen wie normale E-Mails, können nach Firmenangaben auch unterwegs per Smartphone verschickt werden.

1,5 Millionen Menschen in Deutschland haben bislang Interesse bekundet, außerdem mehrere zehntausend Unternehmen. Der Versicherer Allianz und die Targobank in Düsseldorf, die schon beim Start dabei sind, rechnen außerdem nach eigener Aussage mit ansehnlichen Einsparungen. Das betrifft nicht nur Tonnen von Papier und Druckerzubehör, Briefumschläge und Porto. Daten, die gleich elektronisch vorliegen, können intern sofort weiterverarbeitet werden. Bei der Telekom können Kunden drei De-Mails pro Monat kostenlos versenden, die weiteren kosten 39 Cent pro De-Mail.

Piraten mahnen Sicherheitsmängel an

Interessenten müssen sich eine Adresse reservieren lassen und sich bei einem der Anbieter registrieren und identifizieren lassen, um De-Mail zu nutzen. Verbraucher können dann nur mit solchen Banken, Versicherungen, Fluggesellschaften oder Anwaltskanzleien per De-Mail kommunizieren, die ebenfalls mitmachen. Sowohl Telekom als auch 1&1 sind aber sicher, dass Unternehmen und Behörden rasch in großer Zahl Kommunikation per De-Mail bieten werden. "Kein Unternehmen kann es sich noch leisten, nicht auf seine Kunden zu hören", sagte van Damme. Die Telekom erwartet, dass De-Mail bis 2018 rund 29 Prozent der jährlich verschickten Briefe ersetzen könnte. Die Piratenpartei warnte allerdings bereits, dass die versprochene Sicherheit nicht gewährleistet sei, weil die Verschlüsselung nicht vom Rechner des Absenders bis zum Rechner des Empfängers gelte. Damit bleibe die Sicherheit auf der Strecke. Die Telekom hält dagegen, dass eine Verschlüsselung von Rechner zu Rechner nicht anwenderfreundlich sei. "Es geht darum, für alle Bürger in Deutschland eine Lösung zu finden", sagte van Damme.

jwi/DPA/Reuters DPA Reuters

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