Telekom-Jubiläum "Machen Sie so weiter und werden Sie noch besser"


Die Telekom AG hat in Berlin ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Seit der Geburtstunde am 1. Januar 1995 hat das Unternehmen wie kaum ein anderes Höhen und Tiefen durchlebt. Oberstes Ziel für 2005: Die Aktionäre zufrieden zu stellen.

Die Deutsche Telekom hat am Mittwoch ihren 10. Geburtstag gefeiert. Bundeskanzler Gerhard Schröder bezeichnete bei einer Feierstunde in Berlin die Privatisierung des Telekommunikationsriesen als "Erfolgsgeschichte" und würdigte den Börsengang der Deutsche Telekom als "Pionierleistung". "Machen Sie so weiter, bleiben Sie so gut und werden Sie noch besser", sagte Schröder. Der Kanzler lobte auch die große Innovationsfähigkeit und das soziale Engagement des Konzerns.

Die Höhen und Tiefen eines Unternehmens

Doch für das Unternehmen selbst und vor allem für seine Aktionäre glichen die zehn Jahre oft eher einer Achterbahnfahrt. Denn wie kaum ein anderes Unternehmen hat die Telekom im letzten Jahrzehnt Höhen und Tiefen durchlebt: Atemberaubende Kursgewinne und das Platzen der Internet-Blase, UMTS-Euphorie und die Ernüchterung, sowie das Aufräumen danach.

Die erste Stunde der Deutschen Telekom schlug am 1. Januar 1995, als die öffentlich-rechtliche Deutsche Bundespost im Rahmen der Postreform II in eine zunächst noch nicht börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Knapp zwei Jahre später, am 18. November, folgte dann mit großem Werbeaufwand der Börsengang. Die T-Aktie machte die Deutschen zu einem Volk von Aktionären. Und zunächst schien es für den Kurs dank des boomenden Mobilfunkgeschäfts, der Internet-Euphorie und der Internationalisierung des Konzerns nur eine Richtung zu geben: aufwärts. Lag der Ausgabekurs der T-Aktie bei der Börseneinführung noch bei 14,57 Euro, so stieg er bis zum 6. März 2000 auf 103,50 Euro.

Und Goldfieber herrschte nicht nur bei den Aktionären, sondern auch im Unternehmen. Unter Leitung von Ex-Firmenchef Ron Sommer kaufte sich die Deutsche Telekom für 10 Milliarden Euro den viertgrößten britischen Mobilfunkanbieter One 2 One und später für fast 34 Milliarden Euro die US-Mobilfunkanbieter Voicestream und Powertel. Allein für die UMTS-Lizenzen in Deutschland zahlte der Konzern außerdem rund 8,5 Milliarden Euro.

"Wir sind wieder ein ganz normales Unternehmen"

Doch nach dem Höhenflug kam der Katzenjammer. Der Kurs brach ein und sank noch unter den Ausgabekurs. Das Unternehmen selbst ächzte unter einer Schuldenlast von 67 Milliarden Euro. Ron Sommer, lange Zeit als Superstar gefeiert, wurde bei der Hauptversammlung von wütenden Kleinaktionären ausgebuht. Im Juli 2002 musste er zurücktreten.

Seinem Nachfolger Kai-Uwe Ricke blieb es überlassen, für 2002 einen gigantischen Jahresverlust von 24,6 Milliarden Euro bekannt zu geben und dem Konzern einen drastischen Sanierungskurs zu verordnen: mit dem Verlust von zehntausenden von Arbeitsplätzen und einem Dividendenverzicht für die Aktionäre.

Erst vor wenigen Monaten konnte Ricke den Abschluss der Aufräumarbeiten vermelden. "Wir sind wieder ein ganz normales Unternehmen. Wir haben unsere Hausaufgaben der vergangenen zwei Jahre erledigt und können nun befreit den Blick in die Zukunft richten", sagte der Manager im November. Auch der Kurs der T-Aktie hat sich wieder etwas erholt und liegt inzwischen wieder über 16 Euro.

Für 2005 kündigte Konzernchef Ricke eine bessere Dividende an. "Wir haben unseren Aktionären in den letzten Jahren viel abverlangt", sagte er. Ziel sei es aber, die Eigentümer zufrieden zu stellen. Die Dividende in diesem Jahr solle "der erste entscheidende Schritt" in diese Richtung sein, sagte der Unternehmenschef.

Insgesamt könnte es für die Telekom noch weiter aufwärts gehen. Denn nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Capital" will der Telekommunikationsriese 2006 mit 7,9 Milliarden Euro den höchsten Jahresüberschuss erzielen, den je ein deutsches Unternehmen erwirtschaftete.

Erich Reimann/AP AP

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