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Kreis Gütersloh Nach vier Wochen Corona-Zwangspause: Tönnies nimmt den Schlachtbetrieb wieder auf

Schlachtbetrieb Tönnies: Frisch geschlachtete Schweine hängen in einem Kühlhaus
Knapp 1400 Mitarbeiter infizierten sich mit dem Coronavirus. Jetzt fährt Schlachtbetrieb Tönnies die Produktion wieder hoch
© Bernd Thissen / DPA
Nach dem Corona-Ausbruch musste der Schlachtbetrieb Tönnies vier Wochen lang in Zwangspause gehen. Nun wird die Produktion wieder hochgefahren.

Deutschlands größter Schlachtbetrieb Tönnies fährt seine Produktion am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück wieder hoch. Am Morgen sollten die ersten Schweine angeliefert werden. Nachdem rund 1400 Corona-Infizierte in der Tönnies-Belegschaft nachgewiesen worden waren, hatten die Behörden Mitte Juni die Produktion in dem Werk im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh gestoppt – knapp vier Wochen war der Betrieb in Zwangspause.

Nach der Schlachtung folgt in der Produktionskette die Zerteilung der Tiere für die weitere Verarbeitung. Eine Genehmigung für den zweiten Produktionsschritt ist allerdings noch offen. Den hat die Stadt Rheda-Wiedenbrück noch nicht erteilt. Zuvor soll es ebenfalls am Donnerstag nochmals eine Begehungen der Behörden in diesem Bereich geben. Gutachter sollen sich beispielsweise Trennelemente aus Plexiglasscheiben anschauen, die die Arbeiter bei der schweren körperlichen Arbeit voneinander trennen. Am Freitag soll der Bereich nach Angaben der Stadt im Probebetrieb wieder aufgenommen werden.

Tönnies darf bis zu 30.000 Schweine täglich schlachten

Wegen der befürchteten Ausbreitung des Virus über die Familien der Arbeiter auf die Bevölkerung hatten die Behörden für die Kreise Gütersloh und Warendorf zeitweise zusätzliche Corona-Einschränkungen angeordnet. Einige Urlaubsregionen verweigerten Urlaubern aus der Region die Anreise. In den eiligst aufgebauten Testzentren gab es einen Ansturm, um sich negative Testergebnisse für die Sommerferien ausstellen zu lassen. Zuvor hatte Nordrhein-Westfalen die Corona-Regeln gelockert.

Tönnies schlachtet am Hauptsitz in Ostwestfalen im Normalbetrieb pro Tag je nach Marktlage zwischen 20.000 und 25.000 Schweine. 30.000 sind von den Behörden genehmigt. Durch den Produktionsstopp in Deutschlands größtem Schlachtbetrieb hatte sich ein Stau bei den Schweinemästern gebildet. Sie wurden ihre Tiere nicht los, und in den Ställen wurde der Platz eng.

Die angekündigt Wiederaufnahme der Schlachtung bei Tönnies wurden von den Landwirten begrüßt. "Dieser Schritt war dringend notwendig, auch überfällig und schließlich auch ein wichtiges Signal zur Normalisierung der Märkte", sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, der dpa.

meh DPA

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