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Trotz steigender Passagierzahlen: Deutsche Bahn macht weniger Gewinn

An der Zahl der Passagiere liegt es nicht: Die Bahn lockte zuletzt mehr Kunden an. Dennoch ist die Lage des Unternehmens schlechter als gedacht. Daher dürften auch die Fahrpreise bald wieder steigen.

Klingt eigentlich gut: Mehr Menschen fahren mit der Deutschen Bahn - im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Reisenden um 10 Millionen auf 991 Millionen. Dennoch verdient das Unternehmen weniger Geld, wie aus den neuen Zahlen hervorgeht. Diese wurden jetzt in Berlin bekannt gegeben.

Ein Grund für den Rückgang: Im Schienen-Güterverkehr sowie der internationalen Logistik - das sind Transporte per Lkw, Schiff und Flugzeug - herrscht wegen der internationalen Wirtschaftskrise Flaute. Dort gab es Rückgänge. Das Passagiergeschäft kann das Minus nicht kompensieren.

Unter dem Strich verdiente die Bahn im ersten Halbjahr 554 Millionen Euro. Das sind 29,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum, dem ersten Halbjahr 2012. Der Umsatz sank leicht um 0,6 Prozent und betrug etwas mehr als 19 Milliarden Euro.

Höhere Kosten für Löhne und Strom

Personal- und Energiekosten seien zuletzt gestiegen und hätten am Gewinn genagt, so das Management. Früheren Informationen zufolge muss die Bahn für Energie auch deshalb tiefer in die Tasche greifen, weil das Unternehmen inzwischen in großem Stil auf Ökostrom umgestiegen ist - und der ist teurer als konventionell erzeugter Strom.

Gift fürs Geschäft war in den vergangenen Monaten zudem das Hochwasser mit der Sperrung einer wichtigen Elb-Querung zwischen Berlin und Hannover. Bahn-Chef Rüdiger Grube beklagte zudem die weiterhin verzögerte Lieferung von Zügen. Denn die Bahn würde wegen der hohen Nachfrage gern mehr Waggons auf die Schiene schicken, hat aber zu wenig Kapazitäten. Auch der lange, kalte Winter habe am Gewinn gezehrt.

Zwar ist die jüngste Fahrpreiserhöhung erst ein halbes Jahr her - im Dezember 2012 waren Bahn-Tickets um 2,8 Prozent teurer geworden. Bahn-Chef Rüdiger Grübe hatte im Juni in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung aber schon angedeutet, dass den Kunden demnächst erneut eine Preiserhöhung ins Haus stehen könnte. Konkret könne man das im Herbst absehen.

Wegen des schwachen Ergebnisses kassierte die Bahn auch ihre wirtschaftlichen Ziele für das Gesamtjahr 2013. Ursprünglich geplant war laut Konzernunterlagen eigentlich ein Rekordergebnis von 2,9 Milliarden Euro, das nun weit verfehlt wird.

anb
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