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Alternative zur Wohnzimmerparty: Tupperware baut 500 Tupper-Studios in Deutschland

Tupperware will in Deutschland Verkaufsstudios nach Nespresso-Vorbild einrichten. Die kultigen Tupperpartys im Wohnzimmer soll es aber nach wie vor geben - und zwar mehr denn je. 

Tupperware

Aufbewahrungsbehälter aus Plastik gibt es viele, aber nichts ist so beliebt wie Tupperware

Der Kult um Tupperware ist ein weltweites Phänomen. Laut dem Chef des US-Haushaltswarenanbieters Rick Goings beginnt alle 1,2 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Tupperparty. Ein Selbstläufer ist die Partykultur aber nicht. 2015 sank der Umsatz um zwölf Prozent, auch in Deutschland wird seit einigen Jahren weniger verkauft.

Dem will das Unternehmen nun mit einem Strategieschwenk entgegen wirken. In Deutschland wird Tupperware seine Produkte künftig nicht mehr nur auf Partys, sondern auch in speziellen Studios präsentieren. "Tupperware muss sichtbarer werden" und dürfe sich "nicht im Wohnzimmer verstecken", begründete Unternehmenschef Rick Goings im Gespräch mit dem "Handelsblatt" den Schritt. Der Zeitung zufolge sind 500 Tupperware-Studios in Deutschland geplant.

Tupperware macht weiter Partys

Die Räumlichkeiten sollen demnach von selbstständigen Partymanagern betrieben werden. Es sollen Kochveranstaltungen und Schulungen angeboten werden. Das Ende der Wohnzimmerparty ist damit aber nicht gekommen. Ganz im Gegenteil: Die Studios sollten helfen, "noch mehr Partys anzuschieben", erläuterte Goings. "Gerade in Zeiten des anonymen Einkaufs im Internet kaufen die Menschen am liebsten das, was ihnen Freunde persönlich empfehlen."

Tatsächlich verkauft sich Tupperware online nicht besonders gut. Der Web-Shop von Tupperware in den USA trage gerade einmal vier Prozent zum Umsatz bei, erklärte Goings im "Handelsblatt". In Deutschland betreibt das Unternehmen noch nicht mal einen Online-Shop.

Daher nun also Tupper-Studios: Ein Vorbild für die neue Strategie in Deutschland ist China. In dem asiatischen Land gebe es bereits 5500 Studios, in denen Tupperpartys abgehalten würden, weil die Wohnungen dafür häufig zu klein seien, sagte Goings. Der Bestseller in China sei ein Wasserfilter für 1000 Dollar.

Direktvertrieb bleibt stark

Insgesamt lief es in Deutschland zuletzt gut für den sogenannten Direktvertrieb, zu dem Tupperware ebenso gehört wie etwa der Kosmetikhersteller Avon oder der Staubsaugerproduzent Vorwerk. Die Branche steigerte laut dem Bundesverband Direktvertrieb Deutschland (BDD) ihren Umsatz im vergangenen Jahr um zwölf Prozent und verkaufte Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,8 Milliarden Euro.

Besonders stark stiegen laut Angaben des BDD vom April die Verkäufe von Haushaltswaren. Verkaufspartys waren demnach mit 65 Prozent der Bestellungen die mit Abstand beliebteste Direktvertriebsform.

bak / AFP
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