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TV-Kritk

Dschungelcamp, Tag 11: Honey, das Busch-Känguru

Früher gab es die Eselsmütze, heute muss es ein Känguru-Kostüm sein. Am Tag nach der Totalverweigerung sammelte Honey in einem solchen die Sternchen ein. Die Naht im Camp reißt wohl dennoch in Kürze. Und dann sollte man besser nicht neben Icke oder Marc stehen.

Von Ingo Scheel

In einem Känguru-Kostüm absolviert Alexander Honey Keen im Dschungelcamp eine Prüfung, bei der er es um Geschicklichkeit geht

Endlich Evolution auf dem Planet der Schlaffen. Think Big Kick Ass. Take Zig Make Mess.

Willst du reichlich Action sehen, musst Du dem Camp die Dippen nehmen. Es kann doch alles so einfach sein. Ein kurzer Blick in die Ibes-Annalen und es fällt einem wie Schuppen von den Augen, wie leicht es doch ist, dem angerosteten Think Tank ein wenig Feuer unter dem Boden zu machen.

Wer Vincent sagt, muss auch Raven sagen, und nicht nur jene, die sich "Marlboros tecum sunt" auf den Oberarm haben stechen lassen, erinnern sich noch zu gern daran, wie dem angemüdeten Magier einst die unternikotinisierten Synapsen durchschmorten.

Ein autoritäres Feuerwerk Marke Nordkorea

Hatten die Camp-Bewohner sich zuletzt so minimal bewegt, als würden sie sich bereits auf einen Lebensabend bei Gunther von Hagens vorbereiten, zündete die Drakonik-Abteilung von RTL diesmal ein autoritäres Feuerwerk Marke Nordkorea. In Ermangelung von entertainmentdüngendem Kompromat wurde endlich mal auf das Vorstrafenregister geschaut und das ergab Schwerstvergehen wie Lagerwache verpennen, Mikrofon ablegen und zu zweit auf Lulu gehen. Das Gegenmittel: Ein Großteil der Luxusartikel wurde eingezogen, lediglich Hanka durfte ihre Tupperware behalten, auch wenn niemanden so ganz klar ist, was es mit dieser Plastikdose auf sich hat. "Vielleicht legt sie da abends ihre Brüste rein", mutmaßte Darth Kader und ließ damit für einen Moment erahnen, was bei ihrer Abendroutine daheim wohl so alles passiert.

Dschungelcamp, Tag 11: Känguru Honey setzt Marc Terenzi unter Strom
Dschungelcamp Tag 11

Am elften Tag im Dschungelcamp bekam Honey eine neue Chance. In der Dschungelprüfung "Unter Strom" schlüpfte er in ein Kanguru-Kostüm, auf dessen Kopf sich zwei Drähte befanden. Die musste er an einem heißen Draht entlang balancieren. Da er nicht nach oben gucken konnte, musste Marc Terenzi von seinem Stuhl aus Anweisungen geben 

Ans Eingemachte ging es dann mit der Ankündigung, alle Zigaretten einzuziehen. Zuviel für Icke Häßler. Dem kleinen Mann von der Straße sein letztes Hobby nehmen? Pervers-genial, liebes RTL. Und dem Tribal-Rumpelstilzchen ging entsprechend die Düse. Im Dschungeltelefon wurde noch kurz gefleht, ob es statt der roten nicht vielleicht auch erstmal mit der gelben Karte für den Schmauch-Statiker getan sei, aber dat RTL blieb hart wie Pierluigi Collina. Platzverweis für die Fluppen, Ziesen, Zichten. "Wenn ich die Kippen nicht wiederkriege, reiß ich den ganzen RTL-Laden kurz und klein", offenbarte sich da Thomas Häßler und nährte so Hoffnungen unter seinen beiden Fans, der Mann könnte hier doch nochmal den privaten Laktatwert in Normalbereiche hochjazzen.

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Dramaturgische Volten im Dschungelcamp

Nicht der einzige, nennen wir es doch mit gutem Willen ganz einfach mal Höhepunkt an Tag ölf im Camp, auch die dramaturgische Volte, ausgerechnet die drückebergernde Grinsekatze vorm Vortag schon wieder in die Essensausgabe zu schicken, barg Charme. Honey, den Hals nicht mehr so hüstelich verschwollen wie zuletzt, musste diesmal mit Marc zusammen antreten. Die Prüfung hieß "Unter Strom" und dafür wurde Alexander in ein Känguruh-Kostüm, das schönste Fell-Inkognito seit dem lustischen Glückshäschen, gesteckt und musste dann, von Marc mit Kommandos vom Schlage "Perfect Karate Kid", whatever that heißen mag, mühsam in der Spur gehalten, über einen Parcours wandeln. Jeder Fehltritt wurde mit Stromschlag und Ekeldusche für Marc bestraft. Wie da am Ende dann tatsächlich fünf Sterne bei rumkamen, ist kaum nachvollziehbar, in Ermangelung alternativer Fakten wurde die Nummer jedoch für voll genommen. Ungläubiger Jubel im Camp, endlich mal vernünftig Happa-Happa, auch wenn die Dippe danach, wir erwähnten es ja bereits, sich in Luft aufgelöst hat.

Nahrhaft wie ein Trump-Tweet dann noch Honeys komplett ausgedachte Einordnung der Prüfung mit dem Hinweis, man hätte ihnen attestiert, zum obersten Viertel ever bei dieser Aufgabe gehört zu haben. Wo einem soviel Fabel wird serviert, das ist schon ein Bad im Tümpel wert. So zogen Marc und Honey sich zum gemeinsamen Bad zurück und wuschen sich bei der Gelegenheit auch endlich einmal wieder die Sacknaht. Siegfried und Roy bei der Unterbodenwäsche - tollste Tümpel-Aufnahmen seit Jay und Indhira. Darauf ein Bron Chérie.

Dschungelcamp-Aus für Gina Lisa-Lohfink

Dass nikotineske Unterzuckerung ansteckend sein kann, offenbarte sich schließlich nächtens am Lagerfeuer, als ein Streit um Regeln und Betten und ick weiß not what entbrannte und sich Hanka, Kader und vor allem der mental plötzlich in Schieflage geratene Marc ein Gefecht absurden Ausmaßes lieferten. "Mockst du auf de Bod slafe, Anke?" fiel es Terror-Terrenzi da plötzlich aus den eingefallenen Mundwinkeln und während man noch kurz überlegt, wer mit Anke gemeint ist und wo das "Bod" vor Anker liegt, da ist der ganze Spaß schon wieder vorbei. Zwischendrin macht Honey noch eine Fliege tot, reibt sich Jens das Gemächt zwischen zwei Palmen und muss Gina-Lisa am Ende ausziehen. Hatte die wandelnde Tattoomesse am Vortag noch tränenreich die Mieth-Minderung dieser Iiiiih-mmobilie beweint, durfte sie nun bereits Nicole in die Freiheit, in die Welt der Big Mäcs, Nuggets und Pometen folgen. Der Rest der Bande? Alle totally ok. Allzu lange sollte das hier dennoch nicht mehr laufen, denn Kader Loths Blick in die Zukunft verheißt nichts Gutes: Irgendwann wird die Erde platzen.