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Übernahmepoker: Allianz ist Favorit auf Postbank-Kauf

Im Übernahmekampf um die Postbank gibt es laut einem Zeitungsbericht einen Favoriten: die Allianz. Die Commerzbank dagegen sei zu stark von der US-Kreditkrise betroffen, um den Postbank-Kauf zu schultern, heißt es. Die Börse reagierte geradezu euphorisch auf den Bericht.

Im Poker um die Übernahme der Postbank hat der Allianz-Konzern einem Zeitungsbericht zufolge derzeit die besten Chancen. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise berichtete, habe der Münchner Finanzkonzern mit seiner Tochter Dresdner Bank beim Mehrheitseigner Post und in Teilen der Bundesregierung derzeit "die besten Karten". Die Aktienkurse zogen am Montag nach Erscheinen des Berichtes an. Die Postbank gewann 5,4 Prozent, die Allianz schoss gar um 6,1 Prozent nach oben.

Bei einem Zusammenschluss von Dresdner und Postbank entstünde mit rechnerisch 21 Millionen Kunden die mit Abstand größte Filialbank Deutschlands. Allerdings sei noch keine Entscheidung gefallen. Als sicher gelte, dass der Bund die entscheidende Rolle spielen wird, wenn es um den Zuschlag geht, da er der größte Einzelaktionär der Deutschen Post ist.

Allianz und Postbank lehnten eine Stellungnahme ab. "Wir kommentieren das nicht", erklärte ein Allianz-Sprecher. "Das ist alles Spekulation", hieß es von der Postbank. Auch Post und Dresdner Bank wollten den Bericht nicht kommentieren. Dem Blatt zufolge ist die Allianz Wunschpartner der Post-Tochter. In Aufsichtsratskreisen der Postbank teile man die Einschätzung, dass unter den deutschen Interessenten die Allianz der bevorzugte Kandidat sei, hieß es. So habe im Bundesfinanzministerium bisher die Commerzbank als Favorit für eine Übernahme des Kreditinstituts gegolten.

Verkauf der Postbank bis Jahresende

Angesichts der Belastungen durch die Finanzkrise gebe es aber nun Zweifel, ob die Bank einen Kauf der Post-Tochter stemmen könne. Auch die Deutsche Bank hat offen Interesse an der Postbank gezeigt. Der Zeitung zufolge soll der Verkauf der Postbank spätestens bis Jahresende abgeschlossen sein.

Auch Spekulationen über eine Fusion der Allianz-Tochter Dresdner Bank mit der Postbank hatten immer wieder die Runde gemacht. Diese wurden angeheizt, nachdem der Versicherungskonzern kürzlich die Teilung der Dresdner Bank in eine Investmentbank und eine Privat- und Firmenkundenbank bekanntgegeben hatte. Die ertragsschwache Traditionsbank ist seit Jahren das Sorgenkind der Allianz.

DPA/AP / AP / DPA