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Ermittlungen gegen Ferrero Fiese Kinderüberraschung: Werden Ü-Eier in Kinderarbeit hergestellt?

Überraschungseier
Die Überraschungseier von Ferrero sind in Deutschland überaus beliebt
© Ole Spata/DPA
So war das mit der Kinderüberraschung nicht gedacht: Eine britische Zeitung berichtet, dass einige der berühmten Überraschungseier in rumänischer Kinderarbeit hergestellt werden. Nun wird gegen Ferrero ermittelt.

Kinderarbeit, 13-Stunden-Schichten, "Sklavenarbeiter": Die Vorwürfe des britischen Boulevardblatts "The Sun" gegen Ferrero sind hart. Reporter der Zeitung sind nach Rumänien gefahren, um aufzudecken, unter welchen Bedingungen die beliebten Überraschungseier des Süßwarenkonzerns hergestellt werden. Sie besuchten eine Familie im Städtchen Carei, die die gelben Plastikeier in frickeliger Heimarbeit mit den kleinen Spielzeugteilen bestückt.

Mit anpacken müssen dem Bericht zufolge auch Patrick und Hannah, der 11-jährige Sohn und die sechsjährige Tochter der Familie. Mutter Timea arbeitet bis zu 13 Stunden am Tag, auch ihre sechsjährige Nichte arbeitet mit. Für 1000 fertig gestellte Eier erhält die Familie lediglich 20 rumänische Leu, umgerechnet 4,44 Euro. Andere Arbeiter sollen sogar noch weniger bekommen. "Es ist Sklavenarbeit", zitiert die "Sun" Familienvater Christian.

Ermittlungen gegen Ferrero

Wegen der Vorwürfe nimmt nun die rumänische Justiz Ferrero ins Visier. Die Staatsanwaltschaft hat laut "AFP" Ermittlungen wegen des Verdachts auf Kinderarbeit eingeleitet. In den Ermittlungen gehe es auch um den Verdacht des Kinderhandels, erklärte Mihaela Porime, die Sprecherin der auf organisierte Kriminalität spezialisierten Staatsanwaltschaft.

Ferrero reagierte in einer Stellungnahme gegenüber dem stern bestürzt: "Wir sind entsetzt und tief betroffen über die Vorwürfe zu unakzeptablen Vorgehensweisen in Rumänien im Hinblick auf das Verhalten eines unserer Lieferanten." Der Konzern habe "sofortige, umfassende Ermittlungen eingeleitet". Ferrero schreibe seinen Lieferanten einen Verhaltenskodex vor, der Kinderarbeit verbiete und für alle Mitarbeiter mindestens den lokalen Mindestlohn vorsehe. Alle Lieferanten würden regelmäßig überprüft.

Zweifel an den Vorwürfen

Sollte der Vorwurf der Kinderarbeit zutreffen, wäre dies für Ferrero ein Desaster. Es gibt aber auch Zweifel an der Darstellung der "Sun". In lokalen Medien bestritt die Mutter, dass ihre Kinder für Ferrero arbeiten. Die Schuldirektorin sagte zudem, die Kinder besuchten regelmäßig die Schule, es sei daher auszuschließen, dass sie an 13-stündigen Arbeitstagen ausgebeutet würden.

mit Material von AFP

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