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Google ehrt Peter Carl Fabergé mit Doodle: Vom Osterei zum Luxusgut

Er fertigte die prächtigsten Überraschungseier der Welt: Insgesamt 50 Kunstwerke schuf der Juwelier Peter Carl Fabergé - allesamt Unikate. Das teuerste Ei hat einen Wert von 30 Millionen Dollar.

Ob Edelstein oder Elfenbein - die kostbarsten Materialien waren gerade gut genug für die russische Zarenfamilie. Zum orthodoxen Osterfest pflegten sie sich die Schmuckstücke von Peter Carl Fabergé zu schenken. Immer am Karfeitag überreichte der Künstler sein Werk persönlich im Alexanderpalast. Zwischen 1885 und 1916 schuf Fabergé 50 Einzelstücke. In jedem Ei steckt eine eigene Geschichte: Meist sind es Abbildungen von den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen der damaligen Zeit. Mal zeigen sie die Transsibirische Eisenbahn, die russische Winterlandschaft, mal eine Krönungsszene.

Peter Carl Fabergé stammt aus einer deutsch-baltischen Juweliersfamillie. Er wurde am 30. Mai 1846 in Sankt Petersburg geboren. Seine Ausbildung erhielt er in Dresden, doch schon 1870 kehrte er in seinen Geburtsort zurück und übernahm das Familiengeschäft. Zusammen mit seinem Bruder Agathon restaurierte, schätzte und katalogisierte er zunächst die Schmucksammlung der Petersburger Eremitage. Eine Arbeit, die die Geschwister dazu inspirierte, Schmuck im altrussischen Stil zu fertigen. Zu Reichtum kamen sie schließlich, als sie 1882 auf der Allrussischen Ausstellung in Moskau einige Stücke an Kaiser Alexander III. verkaufen konnten.

Bald trug Peter Carl Fabergé den Titel des Kaiserlichen Hofjuweliers. Sein Werk wurde 1900 auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. Neben den berühmt-begehrten Fabergé-Eiern stellte er jedoch auch Tischuhren, Tafelsilber und Metallschnitzereien her. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere beschäftigte er 700 Mitarbeiter in Moskau, Odessa, Kiew und London. Die Russische Oktoberrevolution von 1917 setzte einen jähen Schlusspunkt unter Fabergés Handwerk. Er verkaufte seine Geschäftsanteile und floh ins Ausland. Acht der wertvollen Eier sind seit der Revolution verschollen, zehn lagern in der Rüstungskammer des Kreml, drei besitzt die britische Queen. Peter Carl Fabergé starb 1920 in Lausanne. Seine Söhne erweckten das Juwelierunternehmen nach seinem Tod zu neuem Leben.

Von Nicole Wehr