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UNTERNEHMEN: Siemens sucht weiteren Lieferanten für UMTS-Chips

Der Siemens-Konzern sucht neben dem Halbleiter-Hersteller Infineon einen weiteren Lieferanten für UMTS-Chips. Gut im Rennen scheint Motorola zu liegen.

»Die Verhandlungen mit einem zusätzlichen Lieferanten sind sehr weit fortgeschritten«, sagte der für die Kommunikationssparten zuständige Siemens-Vorstand Volker Jung in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin »Focus Money«. Einen Namen nannte er jedoch nicht. Siemens will Chips für Mobiltelefone für den neuen Mobilfunkstandard UMTS nicht ausschließlich von der früheren Tochtergesellschaft Infineon beziehen, um sich nicht von einem Hersteller abhängig zu machen, erläuterte ein Siemens-Sprecher. Von Infineon war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Durch eine Partnerschaft mit einem weiteren Chip-Hersteller könnte Siemens bei der Entwicklung von UMTS-fähigen Handys Zeit und Kosten sparen, sagte der Sprecher weiter. Wie »Focus Money« unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, verhandelt Siemens mit dem US-Konzern Motorola über die Lieferung von UMTS-Chips. Ein Sprecher wollte das nicht bestätigen. Branchenkenner halten eine Partnerschaft mit Motorola aber für wahrscheinlich, da der Konzern auf der weltweit größten Computermesse Cebit in Hannover als einziger einen funktionstüchtigen UMTS-Chip vorstellte.

Siemens will erste Mobiltelefone für den Mobilfunkstandard UMTS, mit dem die Übertragung zum Beispiel von beweglichen Bildern über das Handy möglich werden soll, Ende des Jahres auf den Markt bringen.