US-Finanzkrise Bankencrash schockt Amerika


Wer nach einigen ruhigeren Monaten gedacht hatte, die US-Finanzkrise sei mittlerweile unter Kontrolle, sieht sich arg getäuscht: Die halbstaatlichen Hypothekenbanken Freddie Mac und Fannie Mae, Säulen der amerikanischen Immobilienfinanzierung, muss die Regierung retten, und jetzt ist ein weiteres Geldhaus gar zusammengebrochen.

Im Zuge der Immobilienkrise in den USA ist jetzt die amerikanische Hypotheken- und Bausparbank IndyMac zusammengebrochen. Wie die Bankenaufsichtsbehörde mitteilte, übernimmt die staatliche Einlagensicherungsbehörde (FDIC) die Kontrolle über die im kalifornischen Pasadena ansässige Bank. Laut FDIC handelt es sich um den größten Banken-Crash in den USA seit dem Kollaps der Continental Illinois National Bank im Jahr 1984.

Die Aufsichtsbehörde erklärte, IndyMac sei aufgrund einer Liquiditätskrise zusammengebrochen. Besorgte Anleger hätten aus Angst um die Solidität der Bank in den vergangenen elf Geschäftstagen mehr als 1.3 Milliarden Dollar (817 Mio Euro) abgehoben. Die Aktien von IndyMac waren angesichts von hohen Verlusten des Unternehmens wegen der Immobilienkrise eingebrochen.

Über die Einlagensicherung sind in den USA Guthaben bis zu 100.000 Dollar je Anleger abgedeckt. Die FDIC rechnet mit einer Belastung von vier bis acht Milliarden Dollar durch den Zusammenbruch von IndyMac.

Die ausufernden Probleme der beiden größten amerikanischen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac hatten am Freitag bei der US-Regierung bereits die Alarmglocken schrillen lassen. Die Regierung erwägt laut US-Medien, eines oder gar beide Institute unter staatlichen Schutz zu stellen. Die Aktien der beiden Gesellschaften hatten am Freitag ebenfalls dramatische Verluste erlitten.

Auch den Immobilienbesitzern eilt die Politik zu Hilfe. Der US-Senat billigte am Freitag eine Gesetzesvorlage, die staatliche Garantien für Immobilienkredite in einer Höhe von insgesamt bis zu 300 Milliarden Dollar vorsieht. Dadurch soll Hauseigentümern mit zu großer Kreditbelastung eine Umschuldung zu günstigeren Konditionen ermöglicht werden. Ziel ist es, die rasant gestiegene Zahl an Zwangsvollstreckungen zu verringern.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker