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Weniger Verkäufe seit Trump: US-Waffenhersteller Remington muss Insolvenz beantragen

Der älteste US-Hersteller Remington ist insolvent. Schuld an der Pleite sind hohe Schulden und geringe Waffenverkäufe, denn unter Donald Trump sinken die Absatzzahlen in der Branche deutlich.

Remington zählt mit 3500 Mitarbeitern zu den größten Waffen- und Munitionsherstellern in den USA

Remington zählt mit 3500 Mitarbeitern zu den größten Waffen- und Munitionsherstellern in den USA

DPA

Die Präsidentschaft Donald Trumps wirkt sich auch auf die US-Waffenindustrie aus. Doch während Schusswaffen und Munition sowohl unter Barack Obama als auch während des Wahlkampfs 2016 stiegen, sind die Verkaufszahlen seit Trumps Wahlsieg zurückgegangen. Die Auswirkungen scheinen bei der Firma Remington Outdoor Company besonders schwer zu sein: Der Waffenhersteller kündigte am Montag einen Antrag auf Gläubigerschutz an.

Das Verfahren soll dem Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1816 zurückreichen, bei laufendem Geschäftsbetrieb den Abbau eines großen Schuldenbergs ermöglichen. Der Schritt sei Teil eines mit Banken und Investoren vereinbarten Abkommens, teilte Remington mit. Der Rettungsplan soll die Schulden um 700 Millionen Dollar senken und über Hundert Millionen Dollar an neuem Kapital zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs aufbringen.

Trump bringt Waffenindustrie kein Glück

Bislang gehört Remington der Beteiligungsgesellschaft Cerberus. Sie hatte das Unternehmen 2007 gekauft, suchte aber schon seit Jahren vergeblich nach einem Käufer. Im Rahmen der Insolvenz soll Remington von Kreditgebern übernommen werden. Der Betrieb werde nicht gestört, Rechnungen und Löhne würden weiterbezahlt, versicherte der Konzern.

Die US-Waffenindustrie leidet seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten unter sinkenden Verkäufen - obwohl dieser ein Freund der Branche ist. Experten erklären den Rückgang der Nachfrage mit weniger Furcht vor strikteren Waffengesetzen. Wegen der Aussicht auf strengere Regulierung hatten sich Amerikaner während der Amtszeit von Barack Obama und insbesondere während Trumps Wahlkampfs mit der Rivalin Hillary Clinton in großem Stil mit Waffen eingedeckt.

Probleme bei Remington bestehen schon länger

Unter den gefallenen Verkaufszahlen seit dem Regierungswechsel leiden auch andere große Hersteller wie Smith & Wesson oder Sturm, Ruger und Co. Remington geriet jedoch schon früher in Schwierigkeiten. Das Unternehmen wurde wegen angeblich defekter Gewehre und wegen des Schulmassakers in Sandy Hook im Jahre 2012 verklagt, bei dem unter anderem ein Sturmgewehr des Herstellers eingesetzt wurde. Cerberus hatte danach angekündigt, Remington verkaufen zu wollen.

Für Cerberus-Chef Stephen Feinberg, einen prominenten Unterstützer Trumps, dürfte die Insolvenz deshalb nun besonders bitter sein. Remington sitzt in Madison, North Carolina, und ist mit rund 3500 Mitarbeitern einer der größten US-Hersteller von Munition und Schusswaffen. Von 2015 bis 2016 hatte mit Colt bereits eine andere traditionsreiche US-Waffenfirma ein Insolvenzverfahren durchlaufen.

fri / DPA