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Mobile Payment: Vapiano ersetzt Chipkarte durch Smartphone

In immer mehr Restaurant und Geschäften weltweit übernehmen Kunden die Arbeit an der Kasse. Bestellt und bezahlt wird oft vom Smartphone aus. Auch Vapiano testet nun eine App, die die bisherige Chip-Karte ersetzen soll.

Ein iPhone, auf dem die App "Vapiano People" geöffnet ist

Das Treueprogramm "Vapiano People" funktioniert schon über das Handy. Nun testet der Systemgastronom eine App, mit der die gesamte Bestellung und Bezahlung auf dem Smartphone geschehen soll.

Anstehen am Eingang, anstehen bei der Bestellung und anstehen beim Bezahlen: Bei einem Besuch bei Vapiano wartet man manchmal gefühlt länger in der Schlange, als man Pizza isst. Der Systemgastronom will das laut der "Lebensmittelzeitung" nun ändern. Künftig soll die Chipkarte, mit der bisher bestellt und bezahlt wurde, abgeschafft werden. Stattdessen brauchen Kunden dann eine App auf dem Smartphone, um bestellen zu können.

Dreimal scannen pro Besuch

Anfang Oktober soll die neue Technik in einer Filiale im mittelfränkischen Fürth getestet werden. Betritt man das Restaurant, muss man in der App den Icon "Chipcard" antippen. Es öffnet sich ein QR-Code, den der Gast im Eingangsbereich scannen kann und so "eingecheckt" ist. Auch bei der Essensbestellung  wird der Code gescannt, anschließend muss die Auswahl bestätigt werden. Zum dritten Mal scannen die Gäste den Bildschirm dann, wenn die das Restaurant verlassen. Es erscheint ein digitaler Kassenbon, der beim iPhone durch Fingerabdruck, bei anderen Smartphones nach Eingabe einer PIN direkt per Lastschrift oder von der Kreditkarte bezahlt wird.

Geplant ist laut der "Lebensmittelzeitung", mit der App einige Extras einzuführen. So sollen die Kunden bald von unterwegs Essen vorbestellen können, dass sie dann in einigen Filialen auch zum Mitnehmen abholen oder liefern lassen können. Außerdem soll es möglich sein, vom Tisch über die App abgegebene Bestellungen serviert zu bekommen – allerdings nur, wenn es sich um Tiramisu, Cappuccino und Co. handelt. Für Pizza, Pasta und Salate muss man weiter brav anstehen.

Sekunden statt Minuten warten

Vapiano verspricht sich von der neuen Technik eine Optimierung des Systems. Claus zur Linden, Special Projects Director bei Vapiano, sagte der "Lebensmittelzeitung", mit der neuen Technik solle sich die Wartezeit am Ausgang von bis zu fünf Minuten auf nur wenige Sekunden verkürzen. Ob der Restaurantbesuch so wirklich schneller wird oder ob die Kunden bald mit abstürzenden Apps und zu dunklen Bildschirmen zu kämpfen haben werden, wird sich zeigen. Man kann davon ausgehen, dass sich die neue Technik für Vapiano auch dahingehend lohnen könnte, als dass am Ein- und Ausgang bald weniger Personal eingesetzt werden muss.

In immer mehr Restaurants übernehmen die Kunden die Arbeit an der Kasse. Als Vorbild für die geplante Vapiano-Technologie gilt die Kaffeehaus-Kette Starbucks. In Deutschland kann man dort in teilnehmenden Filialen seit Ende 2014 vom Handy aus bestellen und bezahlen. Das Modell ist besonders in den USA erfolgreich: Dort wird schon jede fünfte Starbucks-Bestellung mobil getätigt.

amü
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