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Von wegen edle Scampi: Garnelen-Schwindel bei Vapiano und Gosch

Billig-Garnelen statt edler Scampi: Der NDR hat in Filialen von Vapiano und Gosch dreisten Etikettenschwindel festgestellt. Vapiano erklärte, es handle sich um einen Fehler – und ändert nun die Speisekarte.

Scampi haben im Gegensatz zu Garnelen Scheren und gehören zur Familie der Hummer

Scampi haben im Gegensatz zu Garnelen Scheren und gehören zur Familie der Hummer

Garnelen, Scampi, Shrimps oder Krabben – wer kennt da schon den Unterschied? Und welcher Kunde bemerkt überhaupt, ob er auch bekommt, was er bestellt hat? Wie das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin „Markt“ des NDR berichtet, nutzen viele Restaurants die Unwissenheit ihrer Kunden aus: Statt edler Scampi tischen sie ihren Gästen wesentlich günstigere Garnelen auf.

Die NDR-Testesser bestellten in fünf Hamburger Lokalen Scampi, darunter drei italienische Restaurants sowie je eine Filiale von Vapiano und Gosch. Obwohl die Scampi ausdrücklich auf der Speisekarte genannt waren, landeten in allen fünf Fällen lediglich Garnelen auf dem Teller. Eine Labor-Analyse der Stichproben ergab: Bei den drei Italienern wurden den Testern Riesengarnelen („Penaeus monodon“) serviert, bei Vapiano und Gosch handelte es sich um die als „White Shrimp“ bekannte Garnelen-Gattung „Litopenaeus vannamei“.

Scampi sind deutlich teurer

Scampi gehören im Gegensatz zu Garnelen jedoch zur Familie der Hummer, sind also eine völlig andere Tierart – und vor allem deutlich teurer als die häufig aus Zucht stammenden Garnelen. Laut NDR liegt der Einkaufspreis für Scampi bei 32 bis 35 Euro pro Kilo, Garnelen gibt es schon für 8 bis 13 Euro. "Wenn Scampi versprochen werden, müssen auch Scampi auf dem Teller sein", sagte Peter Brammen von der Hamburger Wettbewerbszentrale dem NDR.

Vapiano räumte in einer Stellungnahme ein, man habe einen „Fehler“ gemacht. Künftig werde auf der Speisekarte statt „Scampi“ die Bezeichnung „Gamberetti“ ausgewiesen. Gosch wollte gegenüber der „Markt“-Redaktion keine Stellungnahme abgeben. Wettbewerbshüter Brammen kündigte an, Gosch wegen einer unlauteren Geschäftshandlung abmahnen zu wollen.

 

Den kompletten Bericht gibt es in der Sendung „Markt“ am Montag, 28. September, um 20:15 Uhr im NDR zu sehen.

bak