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Restaurantkette Schafft Vapiano die Selbstbedienung ab?

Eine Frau trägt in einem Restaurant von Vapiano in Bonn (Nordrhein-Westfalen) eine Mütze mit der Aufschrift "Vapiano".
Vapiano prüft offenbar ein neues Bedienungskonzept 
© Rolf Vennenbernd/DPA
Abgelaufene Lebensmittel und Scampi, die gar keine waren: Die Restaurantkette Vapiano hat zuletzt reichlich Negativ-Schlagzeilen produziert. Nun soll ein besseres Image her - und womöglich auch ein neues Konzept.

"Kennen Sie sich bei uns aus?" Kunden der Restaurantkette Vapiano dürften diesen Spruch wohl zur Genüge kennen. Es ist der Standardsatz des Personals im Eingangsbereich, ehe Besucher eine Chipkarte in die Hand gedrückt bekommen. Mit der Karte in der Hand kann man bequem an einer der Theken bestellen. Gäste haben die Wahl zwischen Pizzen, Nudeln, Salaten und Süßem. Ein kurzer Scan der Karte genügt und die Bestellung ist vermerkt. Gezahlt wird erst, wenn der Kunde das Restaurant wieder verlässt.

Vapiano war - von Fastfood-Lokalen einmal abgesehen - einer der ersten großen Anbieter, der auf das Konzept der Selbstbedienung in Deutschland setzte. Mit Erfolg: Im Laufe der letzten Jahre öffnete die Kette bundesweit immer mehr Lokale. Mittlerweile sind es 76.

Zuletzt sorgte das Unternehmen jedoch auch für reichlich Schlagzeilen: 2015 deckte eine Untersuchung des NDR auf, dass ein Hamburger Lokal seinen Kunden billige Garnelen statt der beschriebenen Scampi aufgetischt hatte. Ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens erklärten zudem, dass in einigen Filialen abgelaufene Lebensmittel verarbeitet worden seien. Entsprechende Produkte seien einfach umetikettiert worden.

Vapiano plant für die Zukunft

Vapiano will diese Negativ-PR nun hinter sich lassen und sich zukunftsfähig aufstellen. Dafür muss das Unternehmen vor allem eines: wachsen. Vor diesem Zusammenhang zieht Vapiano in Erwägung, das Konzept grundlegend zu verändern - und überlegt, auch Servicekräfte einzusetzen.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S) prüft Vapiano derzeit, die Selbstbedienung abzuschaffen und Kunden künftig auch am Platz mit Pizza, Nudeln und Salaten zu versorgen. "Wir testen dazu ein Konzept in Ingolstadt", erklärt Unternehmens-Chef Jochen Halfmann gegenüber der F.A.S. Ob und wann das Konzept auch in der Praxis umgesetzt wird, ist allerdings noch unklar.

Bereits in der Vergangenheit hatte Vapiano angekündigt, das Geschäftsmodell grundlegend überarbeiten zu wollen. Seit Kurzem liefern einige Filialen das Essen auch nach Hause zu den Kunden. Dafür kooperiert das Unternehmen mit Lieferdiensten wie Foodora und Lieferando.

Restaurantkette: Schafft Vapiano die Selbstbedienung ab?
ikr

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