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Kürzere Schlangen, mehr Service So will Vapiano wieder cool werden

Vapiano hatte in diesem Jahr vor allem mit Skandalen zu kämpfen. Jetzt will das Unternehmen die Kunden zurückgewinnen. Mit kürzeren Schlangen an der Pasta-Station, neuem Lieferservice und in die Tische eingebauten Handy-Ladestationen.

Die vielen negativen Schlagzeilen des ablaufenden Jahres möchte Vapiano-Chef Jochen Halfmann am liebsten ganz schnell hinter sich lassen. Der oberste Pasta-Boss steht im neuen Flagship-Store am Hamburger Gänsemarkt und mag nicht mehr reden: über Gammelskandale, über Mitarbeiterausbeutung, über Garnelenschwindel und Chaos in der Firmenzentrale. Halfmann, der den Chefsessel im Konzern erst im September übernommen hat, will lieber nach vorne schauen, über Innovationen sprechen, nicht über Skandale.

Und dafür ist der neue Hamburger Vorzeige-Vapiano, der am heutigen Freitag seine Türen für Pasta- und Pizza-Fans öffnet, genau der richtige Ort. Der weltweit 164. Vapiano steht nur 300 Meter entfernt vom allerersten Restaurant der Kette, das vor mehr als 13 Jahren die Erfolgsstory des Unternehmens begründete. Damals. Als Vapiano noch cool war. Vor Gammelskandal und Nudelgate. Der neue Flagship-Store mit seinen 300 Sitzplätzen auf 1200 Quadratmetern soll demonstrieren, wie Vapiano den Status des innovativen, hippen Unternehmens wieder zurückgewinnen kann.

Handys auf dem Tisch laden

Zum Beispiel mit den Handy-Ladestationen, von denen in jeden Tisch jeweils zwei eingebaut sind. Einfach während des Essens das Handy auf den Hotspot legen und aufladen. Naja, so einfach ist es leider doch nicht. Aber zumindest kann man sein Handy, egal ob iPhone oder Konkurrenzmodell an einen Adapter anschließen und diesen dann auf den Hotspot legen.

Sollte das Angebot gut angenommen werden, soll es flächendeckend in allen Vapianos installiert werden, sagt Halfmann. Fragt sich nur, ob neben all den Handys, Adaptern und Pizza-Beepern auch noch Teller auf den Tisch passen.

Mehr Pastastationen, mehr Personal

Neben diesem netten Gimmick will Vapiano auch an den eigentlichen Problemen des Restaurant-Konzepts arbeiten. Für Unmut bei Kunden sorgen immer wieder die langen Schlangen an den Pasta-Stationen. Daher gibt es in dem neuen Hamburger Prototypen gleich fünf Pastastationen, in vielen Vapianos sind es nur drei. In Stoßzeiten soll zudem mehr Personal eingesetzt werden. Zudem ist geplant, dass man künftig an einer Kochstation alle Gerichte bestellen kann und nicht wie bisher für Pizza, Pasta, Salat, Getränke und Nachtisch von einer Schlange zur nächsten rennen muss.

Gleichzeitig essen - wie im richtigen Restaurant

Das bisherige Systemchaos sorgte auch dafür, dass Gruppen eigentlich nie gleichzeitig ihr Essen bekamen. Daher will Vapiano es ermöglichen, Gruppenbestellungen aufzugeben, sodass man zusammen essen kann, wie in einem ordentlichen Restaurant. Wann und in welchen Filialen das möglich sein wird, ist noch offen, ebenso wie beim Thema Tisch-Bedienung, mit dem Vapiano in ausgewählten Lagen experimentieren will. Wobei Tisch-Bedienung und Zusammenessen natürlich nur im Vapiano-Kosmos eine Innovation darstellen, in der restlichen Gastronomie kennt man das schon etwas länger.

Ausbauen will Vapiano auch das bargeldlose Bezahlen per App statt per Chip-Karte. Mit dem Smartphone, dessen Akku ja nun nie mehr leer ist, soll man zudem von seinem Platz aus Bestellen können. Der Liefer- und Abholservice, mit dem bereits experimentiert wird, soll deutlich ausgebaut werden. Die Neuerungen sollen im Laufe des kommenden Jahres testweise eingeführt werden und bei positiver Resonanz zum Standard werden.


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