HOME

Die Morgenlage: US-Regierung will Briten und Kanadier von Kreuzfahrtschiff "Zaandam" holen

Von der Leyen will EU-Plan für Kurzarbeitergeld vorlegen +++ EuGH urteilt zu Umverteilung von Asylbewerbern in Europa +++ Restaurantkette Vapiano stellt Antrag auf Insolvenz +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

 Das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" steht vor der Küste von Panama

 Das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" steht vor der Küste von Panama

DPA

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

die Irrfahrt auf dem vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiff "Zaandam" könnte für manche Passagiere bald ein Ende haben. Die US-Regierung hat angekündigt, dass man Briten und Kanadier von dem Schiff holen wolle. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Reederei Holland America Line, zu der das Kreuzfahrtschiff gehört, noch rund 450 Passagiere und 600 Besatzungsmitglieder an Bord. Vier Menschen auf der "Zaandam" starben bereits an der Lungenkrankheit Covid-19. Mindestens neun Passagiere wurden nach Angaben der Reederei positiv auf das neuartige Virus getestet.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

New York: Knapp 400 neue Tote - Spielplätze schließen

Im besonders heftig von der Corona-Krise getroffenen US-Bundesstaat New York halten sich die Bürger nach Ansicht von Gouverneur Andrew Cuomo nicht streng genug an die weitreichenden Kontaktbeschränkungen. Dies gelte vor allem für junge Leute. "Wer muss noch sterben, damit ihr versteht, dass ihr eine Verantwortung habt?", sagte Cuomo am Mittwoch bei seiner täglichen Pressekonferenz. Er verkündete, deshalb die Spielplätze in New York City zu schließen.

Derweil stieg die Opferzahl an einem Tag um 391 auf mehr als 1900. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei rund 84.000 - das sind 9000 mehr als am Dienstag. Mehr als 12.000 Patienten liegen im Krankenhaus. Neuen Modellrechnungen zufolge erwartet der Staat einen Bedarf von bis zu 110.000 Krankenhausbetten für Corona-Patienten sowie von 37.000 Beatmungsgeräten - der Höhepunkt der Pandemie wurde demnach für Ende des Monats errechnet. Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt.

Bund und Länder wollen Kontaktsperren über Ostern bestehen lassen

Bürgerinnen und Bürger sollen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die bereits geltenden weitgehenden Kontaktsperren auch über Ostern einhalten. Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum reduziert werden. 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder, die Menschen in Deutschland sollten generell auf private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - verzichten. "Eine Pandemie kennt keine Feiertage", so Merkel. Und: "Bleiben Sie weiter stark und halten Sie die Regeln ein." 

US-Regierung will Briten und Kanadier von "Zaandam" holen

Die US-Regierung will einen Teil der Passagiere von dem Kreuzfahrtschiff "Zaandam" holen, auf dem sich das Coronavirus ausgebreitet hat und das sich in Gewässern vor dem US-Bundesstaat Florida befindet. Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch in Washington an, kanadische und britische Staatsbürger würden von dem Schiff geholt und an die Behörden ihrer Heimatländer übergeben. Zu diesem Zweck werde medizinisches Personal an Bord geschickt. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Reederei Holland America Line, zu der das Kreuzfahrtschiff gehört, noch rund 450 Passagiere und 600 Besatzungsmitglieder an Bord. Das Schiff hat eine wochenlange Irrfahrt hinter sich, da mehrere Häfen in Südamerika ihm wegen der Infektionsfälle an Bord die Einfahrt verweigert hatten. Vier Menschen an Bord starben an der von dem Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Mindestens neun Passagiere wurden nach Angaben der Reederei positiv auf das neuartige Virus getestet. Zudem seien bei knapp 200 Menschen an Bord grippe-ähnliche Symptome aufgetreten.

Restaurantkette Vapiano stellt Antrag auf Insolvenz

Wegen der Coronavirus-Krise stellt die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das habe der Vorstand der Vapiano SE entschieden, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend in Köln mit. Zugleich werde geprüft, ob Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Vapiano-Gruppe gestellt werden müssten. Das Unternehmen hatte am 20. März seine Insolvenz mitgeteilt und erklärt, der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit sei aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs eingetreten.

Das wird heute wichtig:

Von der Leyen will europäischen Plan für Kurzarbeitergeld vorlegen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will (gegen 12.00 Uhr) ihren Plan zur Unterstützung von Kurzarbeitern in der Europäischen Union vorstellen. Die Initiative namens "Sure" soll den von der Corona-Krise besonders betroffenen Staaten wie Italien und Spanien zugute kommen. Geplant ist Unterstützung aus Brüssel, die mit Hilfe von Garantien aus allen Mitgliedstaaten finanziert werden sollen. Wie das Finanzierungsmodell genau aussieht, ist noch nicht bekannt.

EuGH urteilt zu Umverteilung von Asylbewerbern in Europa

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheidet (9.30 Uhr) darüber, ob Polen, Ungarn und Tschechien zur Hochzeit der Flüchtlingskrise gegen EU-Recht verstoßen haben. Hintergrund sind zwei Mehrheitsentscheidungen der EU-Staaten von 2015, wonach bis zu 160.000 Asylbewerber innerhalb der EU verteilt werden sollten. Dies sollte Griechenland und Italien entlasten. Ungarn, Polen und Tschechien weigerten sich allerdings beharrlich, den Beschluss umzusetzen - obwohl der EuGH dessen Rechtmäßigkeit in einem späteren Urteil bestätigte. Die EU-Kommission, die in der Staatengemeinschaft unter anderem die Einhaltung von EU-Recht überwacht, klagte deshalb gegen die drei Länder (Rechtssachen C-715/17, C-718/17, C-719/17).

Nato-Außenminister beraten über gemeinsamen Kampf gegen Corona

Die Nato-Außenminister beraten (ab 15.00 Uhr) über eine bessere Zusammenarbeit des Militärbündnisses in der Coronavirus-Krise. Erstmals in der 70-jährigen Nato-Geschichte kommen Bundesaußenminister Heiko Maas und seine Kollegen in einer Videokonferenz zusammen. Die Schalte ersetzt das reguläre Treffen in Brüssel, das für Donnerstag und Freitag geplant war und wegen der Pandemie abgesagt werden musste.

Epizentrum der Krise: Central Park wird zum Feldlazarett: stern-Reporter berichtet über die Corona-Krise in New York

Zum ersten Mal nimmt Nordmazedonien als offizielles Nato-Mitglied teil. Das Westbalkanland war dem Bündnis vergangene Woche beigetreten. Zudem wollen die Minister über die Ausweitung der derzeit wegen Covid-19 sowie wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzten Ausbildungsmission im Irak sowie über die Mission in Afghanistan beraten.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag! Bleiben Sie gesund! 

Ihre stern-Redaktion

fs / rw / DPA / AFP