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Verschärfung der Einreiseregeln Deutscher Fruchthhandelsverband warnt: Frisches Obst und Gemüse könnten knapp werden

Eine Kundin steht in der Obst- und Gemüseabteilung in einem Supermarkt
Rund 30 Prozent des importierten Obst und Gemüses stammen aus Spanien. Das könnte aufgrund der verschärften Einreiseregeln nun ein Problem werden.
© Jan Woitas / zb / DPA
Frisches Obst und Gemüse wird zum Großteil aus Spanien oder Portugal importiert. Durch verschärfte Einreiseregeln könnten die Lieferungen aber nun ins Stocken kommen.

Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle auf RTL.de.

Wird wegen der Verschärfung der Einreiseregeln aus Hochrisikogebieten bei uns bald das frische Obst und Gemüse knapp? Der Deutsche Fruchthandelsverband befürchtet genau das. Innerhalb von wenigen Stunden seien die Einreisebedingungen auch für die Fahrer von Lebensmitteltransporten so verschärft worden, dass es kaum noch möglich sei, Obst und Gemüse zum Beispiel aus Spanien nach Deutschland zu importieren. Die Bundesregierung will mit der neuen Corona-Einreise-Verordnung verhindern, dass Virus-Mutationen eingeschleppt werden.

Transportfahrer bekommen Probleme an der deutschen Grenze

Seit heute müssen auch Lkw-Fahrer aus bestimmten Hochrisikogebieten – zu denen auch Portugal und Spanien gehören – einen negativen PCR-Test vorlegen, wenn sie über die deutsche Grenze wollen. Der Test dürfe nicht älter als 72 Stunden sein, erklärt der Geschäftsführer des Verbandes, Andreas Brügger. Dies sei in der Praxis aber kaum möglich und genau das würde zu Problemen führen. Ein Lastwagenfahrer, der aus Andalusien im Süden von Spanien beispielsweise nach München will, muss dafür alleine 24 Stunden auf der Autobahn verbringen. Stau und Pausenzeiten noch nicht mit eingerechnet. Viel Zeit, auf das Ergebnis eines Corona-Tests zu warten, bleibt da nicht mehr. Hinzukommt: Auch in Spanien und Portugal geraten die Gesundheitssysteme zunehmend an die Grenzen ihrer Kapazitäten.

"Spanien ist zurzeit mit einem Anteil von rund 30 Prozent eines der Hauptlieferländer für Obst und Gemüse", so Brügger. Der Deutsche Fruchthandelsverband warnte darum die Bundesregierung, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte, wenn nicht schnell eine Regelung gefunden wird, die den Import von Obst und Gemüse aus dem Ausland sicherstellt.

Verband will Sonderfahrspuren, damit Fahrer schneller über die Grenze kommen

Sollten die Obst- und Gemüselieferungen aus Spanien nicht mehr durchkommen, würden wohl zuerst Zitrusfrüchte in den Supermarktregalen fehlen. Laut einer Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurden 2019 allein 799.700 Tonnen Zitrusfrüchte aus Spanien nach Deutschland geliefert. Das entspricht über Dreiviertel des gesamten Imports von Zitrusfrüchten.

Der Verband fordert verbindliche Regelungen nach dem Vorbild der sogenannten Green-Lanes-Richtlinie der Europäischen Union. Die Richtlinie sieht vor, dass des für Grenzübergänge innerhalb der EU Sonderfahrspuren gibt, damit Güterfahrzeuge schneller durchkommen. "Wir brauchen auch in Corona-Zeiten einen Versorgungskorridor für frisches Obst und Gemüse, sonst drohen leere Regale im Handel", warnte Brügger.

RTL.de

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