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Volkswagen: Wulff will Piech rausdrängen

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff hat sich dafür ausgesprochen, Piechs Aufsichtsratsvorsitz nicht zu verlängern. Außerdem stellte er fest, dass VW vom Vorstand geführt wird. Mit diesen Äußerungen hat Wulff seinem Kontrahenten Piech den Krieg erklärt.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hat sich gegen eine Verlängerung der Amtszeit von VW- Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch über das Jahr 2007 hinaus ausgesprochen. Wulff machte zugleich deutlich, dass er Porsche-Chef Wendelin Wiedeking nicht für einen geeigneten Nachfolger hält. "Die Großaktionäre wie das Land Niedersachsen und Porsche sollten nach meiner Meinung den Aufsichtsratsvorsitz nicht anstreben", sagte Wulff der "Bild am Sonntag".

"Herr Piëch hat anfangs großen Wert darauf gelegt, dass er Porsche nicht zugerechnet wird. Heute dürfte das noch schwerer vermittelbar sein", so der CDU-Politiker in Anspielung auf die Tatsache, dass Porsche mittlerweile größter VW-Aktionär ist und seine Anteile an Volkswagen von derzeit 27,4 Prozent auf bis zu 29,9 Prozent aufstocken will. Piëchs Amtszeit als Aufsichtsratschef endet mit der Hauptversammlung im Mai 2007.

Geschäft obliegt Vorstand

Wulff sprach sich gegen eine Einflussnahme des Aufsichtsratsvorsitzenden auf die Geschäftspolitik von VW aus: "Das operative Geschäft obliegt allein dem Vorstand. Auch darauf muss der Aufsichtsrat achten." Zugleich forderte Wulff ein Ende der Führungsdiskussion bei VW. "Mit Machtspielchen muss endlich Schluss sein. Sie sind den Beschäftigten nicht länger zuzumuten." Wulff fügte hinzu: "Entscheidend ist, welchen Weg Volkswagen in den nächsten Jahren nimmt. Ich bin zuversichtlich, dass Martin Winterkorn den Kurs von Bernd Pischetsrieder fortführt."