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Ex-"Höhle der Löwen"-Juror pleite: Arrestbefehl gegen Vural Öger: Verliert der Unternehmer jetzt alles?

Es wird richtig ernst für Vural Öger: Nach den Pleiten seiner Tourismusunternehmen liegt nun ein Arrestbefehl gegen Öger vor. Dem Ex-"Höhle der Löwen"-Juror droht der Verlust seines Privatvermögens.

Vural Öger

Vural Öger ist einer der bekanntesten deutschen Unternehmer. Doch nach der Pleite seiner Unternehmen gerät er auch privat in Bedrängnis.

Er war Vorzeigeunternehmer und TV-Juror, saß im EU-Parlament und erhielt das Bundesverdienstkreuz. Nun wird es für Vural Öger richtig eng: Nach dem Zusammenbruch seines Tourismusgeschäfts geht es für den gefallenen Unternehmer auch um sein privates Vermögen. Wie Spiegel Online berichtet, hat das Landgericht Frankfurt am 6. Mai Arrestbefehl gegen Öger erlassen. Ein Arrest dient dazu, das Vermögen von jemandem sicherzustellen, der dieses vor einer möglichen Zwangsvollstreckung beiseite schaffen will.

Hintergrund des Arrestbefehls sind die Insolvenzen von Ögers Reise-Unternehmen V.Ö. Travel Ende Dezember und Öger Türk Tur Anfang Januar sowie der daraus resultierende Streit mit Ögers Gläubigern. Hauptgläubiger ist der Ferienflieger SunExpress, ein Joint Venture der Lufthansa und Turkish Airlines.

Mit SunExpress machte Öger seit 1991 Geschäfte: In den Anfangsjahren charterte er als Reiseveranstalter Flugzeuge von SunExpress auf eigene Rechnung, später verkaufte er nur noch Tickets für SunExpress gegen Provision. Mit den Ticketverkäufen soll Öger laut Spiegel Online allein zwischen 2010 und 2015 rund 350 Millionen Euro Umsatz gemacht und 40 Millionen Euro Provision kassiert haben.

Verhängnisvolle Bürgschaft

Doch für Öger lief das Geschäft immer schlechter, irgendwann zahlte er seine Rechnungen nicht mehr. Im September 2015 schuldete er allein SunExpress 17 Millionen Euro. Um einen Aufschub der Zahlung zu erreichen, unterzeichnete Öger laut Spiegel Online ein Papier, das ihm nun zum Verhängnis werden könnte - eine selbstschuldnerische Bürgschaft. Das bedeutet: Öger haftete fortan mit seinem Privatvermögen für die Schulden seiner Firma.

Die persönliche Bürgschaft ist die Grundlage, auf der SunExpress nun gerichtlich gegen Öger vorgeht. Die Firma hat ein Urkundeverfahren angestrengt und den Arrestantrag gestellt, um die eigenen Forderungen zu sichern.

Wie Vural Öger seinen Besitz verschleudert

Denn offenbar versucht Öger seit einigen Monaten trickreich sein Vermögen vor dem Zugriff der Gläubiger zu bewahren, indem er große Teile davon an Freunde und seine Kinder verhökert. Das geht aus Dokumenten hervor, die Spiegel Online vorliegen. Demnach

-       verkaufte er im November 2015 seine Hamburger Privatvilla im noblen Stadtteil Othmarschen an einen langjährigen Freund. Die aufgerufenen 1,6 Millionen Euro sollen weit unter Wert gewesen sein.

-       übertrug er im Dezember 2015 Anteile an seiner Investmentgesellschaft auf seinen Sohn.

-       verkaufte er ebenfalls im Dezember ein weiteres Grundstück an der Elbchaussee.

-       verhökerte er noch am selben Tag ein Bürogebäude an die Firma eines Geschäftsfreundes, wieder unter Wert.

-       übertrug er weitere Anteile an seinen Unternehmungen auf seinen Sohn sowie den Freund, der schon das Bürogebäude bekommen hatte.

-       verkaufte er einen Tag vor Heiligabend drei Immobilien im türkischen Ferienort Bodrum an den Kumpel, der schon die Hamburger Villa gekauft hatte.

-       gab er einen Olivenhain in Bodrum für einen Spottpreis an seine Tochter ab, die ihn kurz darauf für mehr als das 40-fache (rund 260.000 Euro) weiterverkaufte.

-       verschleuderte er zum gleichen Preis zwei Haine für Zitrusfrüchte und Feigen an den Freund mit der Villa, der sie ebenfalls für das 40-fache weiterverkaufte.

Die Verhängung des Arrests soll weitere Veräußerungen und Verschleuderung von Vermögen verhindern. Außerdem könnte möglicherweise ein Großteil der Deals rückgängig gemacht werden. Öger wollte sich gegenüber Spiegel Online nicht zu den Details der Auseinandersetzung äußern. Er wies lediglich über einen Anwalt die Schuld an seiner Lage SunExpress zu. Insbesondere der türkische Teil des Unternehmens habe eine einvernehmliche Regelung der offenen Fragen zwischen den Streitparteien verhindert. 

bak