VW-Affäre Hartz bekommt noch 800.000 Euro


Der VW-Aufsichtsrat schließt eine Abfindung für Peter Hartz aus. Leer wird der Noch-Personalschef allerdings nicht ausgehen: Vermutlich bekommt er seinen bis 2007 laufenden Vertrag ausgezahlt.

Der bisherige Personalvorstand von Volkswagen, Peter Hartz, wird zwar das Unternehmen vorzeitig verlassen, seinen Vertrag jedoch möglicherweise ausbezahlt bekommen. Das Präsidium des VW-Aufsichtsrates nahm am Mittwoch das Angebot von Hartz an, wegen der Schmiergeld-Affäre zurückzutreten. Nach der Sitzung teilte VW zunächst mit, die Zahlung einer Abfindung habe nicht zur Debatte gestanden. Später hieß es jedoch aus Unternehmenskreisen, Hartz könne sich Ansprüche aus seinem Vertrag vermutlich auszahlen lassen. Dieser läuft nach eigenen Angaben von Hartz bis 2007.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte der "Süddeutschen Zeitung", Fachleute von VW seien dabei, die Rechtslage für den Aufsichtsrat darzustellen. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll Hartz eine monatliche Rente von mindestens 15.000 Euro zustehen. Für die nächsten zwei Jahre soll er trotz vorzeitiger Vertragsauflösung noch Bezüge von insgesamt 800.000 Euro erhalten.

Keine Weiterbeschäftigung für Landtagsabgeordnete

Konzernkreise gingen am Mittwochabend davon aus, dass VW zudem die SPD-Landtagsabgeordneten Ingolf Viereck und Hans-Hermann Wendhausen wieder entlässt. Die Parlamentarier hatten mehr als zehn Jahre lang neben ihren Diäten Gehälter von VW kassiert, ohne hierfür eine angemessene Gegenleistung zu erbringen. Nachdem dies Ende vorigen Jahres bekannt geworden war, forderte der Landtag von beiden zusammen 760 000 Euro zurück. Zum 1. Juli wurden sie bei VW wieder fest angestellt. Wulff, der im Aufsichtsrat den Anteilseigner Niedersachsen vertritt, plädierte nach SZ-Informationen am Mittwoch dafür, dass sich VW von Viereck und Wendhausen trennen müsse: Eine Anstellung bei Volkswagen sei mit der Arbeit als Abgeordneter nicht vereinbar.

DPA DPA

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