Wal-Mart Millionen für entgangene Mittagspause


Der US-Supermarktkonzern Wal-Mart muss 145 Millionen Euro Entschädigung zahlen, weil er tausenden Mitarbeitern die Mittagspause verweigert hatte. Das Verfahren ist nur eines von rund 40 gegen Wal-Mart in den USA.

Ein Bezirksgericht in Kalifornien hat einigen Tausenden Mitarbeitern des weltgrößten Warenhauskonzerns Wal-Mart wegen verweigerter Mittagspausen 172 Millionen Dollar (145 Millionen Euro) als Entschädigung zuerkannt. Der Konzern habe gegen ein Gesetz in Kalifornien verstoßen, wonach Firmen ihren Mitarbeitern eine 30-minütige unbezahlte Pause gewähren müssen, wenn diese länger als sechs Stunden arbeiten, erklärte das Kreisgericht.

"Wal-Mart hat das Problem vertuscht"

Wal-Mart soll demnach 57 Millionen Dollar an Schadenersatz und 115 Millionen Dollar als Strafzuschlag zum Schadensersatz an die insgesamt 116.000 früheren und derzeitigen Wal-Mart-Mitarbeiter zahlen, die sich der Sammelklage angeschlossen haben. Ein Gerichtsdiener hatte bei der Verlesung des Urteils zuerst versehentlich eine falsche Summe für den Strafzuschlag genannt, 150 Millionen statt der tatsächlichen 115 Millionen Dollar.

"Besonders hat die Geschworenen beeindruckt, dass wir eine Menge Beweise vorlegten, wonach Wal-Mart in internen Dokumenten vor sieben Jahren selbst Gesetzesbrüche festgestellt hatte", sagte Anwältin Jessica Grant von der Klageseite. "Statt dieses Problem zu lösen, hat Wal-Mart es vertuscht." Der Konzern kündigte an, in Berufung zu gehen. Er habe Fehler in Kalifornien erkannt und diese korrigiert.

Noch viele andere Prozesse

Die Sammelklage vor dem Gericht des Bezirks Alamenda ist nur eine von rund 40, die derzeit gegen Wal-Mart in den USA wegen Verstößen gegen die Arbeitsplatzvorschriften laufen. Es war die erste, die vor Gericht entschieden wurde. In Colorado wurde ein ähnlicher Prozess gegen Zahlung von 50 Millionen Dollar ausgerichtlich beigelegt. Der Konzern verdiente im vergangenen Jahr zehn Milliarden Dollar.

AP/Reuters AP Reuters

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