VG-Wort Pixel

Wegen Kriseneffekten Deutsche Bahn zieht Kurzarbeit in Betracht


Die Deutsche Bahn denkt darüber nach, Auswirkungen der Krise im Schienengüterverkehr mit Hilfe von Kurzarbeit zu trotzen - auch wenn der Konzern 2012 alles andere als Verluste einfuhr.

Trotz Rekordzahlen im Personenverkehr und einem Gewinnplus 2012 prüft die Deutsche Bahn im Schienengüterverkehr die Einführung von Kurzarbeit. Ein Bahnsprecher bestätigte am Samstag einen entsprechenden Bericht des "Tagesspiegels". Demnach will der bundeseigene Konzern auf diese Weise den Krisenfolgen entgegensteuern. "Es ist tatsächlich so, dass die Bahn Kurzarbeit nicht ausschließen kann", sagte der Sprecher.

Dem Bericht zufolge schlagen die Probleme in der Stahl- und Autobranche direkt auf den Gütertransport durch: Das Transportvolumen im Schienengüterverkehr sei in den ersten drei Monaten des Jahres um zehn Prozent gesunken, heißt es dem Blatt zufolge im Konzern.

Käme es dazu, würde Kurzarbeit jedoch allenfalls regional und zeitlich begrenzt eingeführt werden. Die Transportgewerkschaft EVG lehnt die Pläne laut "Tagesspiegel" ab und fordert die Politik dazu auf, den Schienenverkehr attraktiver zu machen.

Personalabbau bislang nicht vorgesehen

Auch im Regionalgeschäft läuft es derzeit nicht rund. Die Gewinnquote liege deutlich unter 50 Prozent, sagte DB-Regio-Chef Manfred Rudhart der "WirtschaftsWoche". Er prüfe deshalb weitere Sparmaßnahmen, Personalabbau sei aber nicht geplant. Der Bahnkonzern hatte im vergangen Jahr fast jede zweite Ausschreibung im Regionalverkehr an die Konkurrenz verloren.

Unterm Strich verdiente die Bahn im vergangenen Jahr 1,48 Milliarden Euro, das waren 11 Prozent mehr als 2011. Die Bahn ist damit aber noch um einiges entfernt vom Rekordgewinn aus dem Jahr 2007 mit 1,7 Milliarden Euro. Im Schienengüterverkehr beschäftigt die Bahn europaweit rund 32.000 Menschen.

cob/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker