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Wirtschaftskrise: Infineon-Verluste werden immer größer

Stellenabbau und die Dauerkrise bei der Speichertochter Qimonda: Der Chipkonzern Infineon steckt tief in den roten Zahlen. Das Unternehmen stellte jetzt das Ergebnis des abgelaufenen vierten Geschäftsquartals vor - die Bilanz ist ernüchternd.

Der Chipkonzern Infineon steckt tief in den roten Zahlen fest. In dem Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal stieg der Verlust auf 763 Millionen Euro gegenüber 280 Millionen vor Jahresfrist. Das gesamte Geschäftsjahr schloss Infineon mit einem Fehlbetrag von 3,12 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Auch für das laufende Jahr rechnet Infineon mit Verlusten. Dem Konzern macht der Preisverfall bei seinen Produkten zu schaffen, vor allem ist die Speicherchip-Tochter Qimonda ein heftiger Verlustbringer. Hinzu kommen hohe Kosten für den laufenden Stellenabbau.

Im Geschäftsjahr zuvor hatte Infineon einen Verlust von 368 Millionen Euro gemacht. Der Umsatz stieg in dem Jahr um sechs Prozent auf 4,32 Milliarden Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verschlechterte sich dagegen insbesondere wegen Kosten für den angelaufenen Stellenabbau von plus 71 auf minus 220 Millionen Euro. Die Sondereffekte summierten sich dabei auf 253 Millionen Euro.

Im fortgeführten Geschäft - mit Chips für Kommunikationsgeräte, Sicherheit, Auto und Industrie - verschlechterte sich das Nettoergebnis von plus 45 auf minus 244 Millionen Euro. Qimonda war wieder einmal der größte Verlustbringer mit 519 Millionen Euro. Die Speicherchip-Tochter, die verkauft werden soll, weist Infineon nicht mehr als fortgeführtes Geschäft aus.

"Das Unternehmen geht davon aus, dass das Segmentergebnis in Summe im Geschäftsjahr 2009 negativ ausfallen wird", teilte Infineon mit. Den Umsatz sieht der Konzern um 15 Prozent zurückgehen. Im ersten Geschäftsquartal soll der Rückgang sogar bei 30 Prozent liegen bei einem ebenfalls negativen Ergebnis.

DPA/Reuters / DPA / Reuters