HOME

WOHNUNGSMARKT: Mietanstieg gebremst

Entspannung auf dem Wohnungsmarkt: Die Mieten in Deutschland sind im vergangenen Jahr kaum gestiegen.

In Westdeutschland sind die Mieten im vergangenen Jahr kaum noch, in den neuen Ländern gar nicht mehr gestiegen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin berichtete am Mittwoch zudem, dass die Haushaltseinkommen in Deutschland stärker gestiegen seien als Mieten. Und damit sei die Mietbelastungsquote erstmals seit der Vereinigung leicht gesunken. »Die Haushalte gaben im Jahr 2000 rund ein Viertel eines Einkommens für die Kaltmiete aus.«

Die durchschnittliche Bruttokaltmiete habe sich 2000 in den alten Ländern um knapp ein Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht und im vergangenen Jahr 11,41 Mark je Quadratmeter betragen. In den neuen Ländern lag sie weiterhin bei 10,08 Mark und damit auf dem Niveau von 1999. »Das Wohnungsangebot übertrifft hier inzwischen deutlich die Nachfrage.« Vor allem das hohe Mietniveau in den Neubauten (1991 und später) habe nicht gehalten werden können.

Lage auch in den Großstädten entspannt

In Westdeutschland habe es auch in den Ballungsgebieten mit 500.000 und mehr Einwohnern eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt gegeben. »Selbst hier gab es nur geringe Mieterhöhungen.« Rund fünf Prozent aller Mieterhaushalte im Westen erhielten nach Angaben des Forschungsinstituts Wohngeld, in Ostdeutschland seien es doppelt so viele gewesen.

»Die Einkommenssituation ist dort noch immer schlechter: Das um Haushaltsgrößen-Unterschiede bereinigte Haushaltseinkommen habe nur 81 Prozent des westdeutschen Vergleichswertes erreicht.

Der Osten holt auf

Die Wohnzufriedenheit ist nach Angaben der Wirtschaftsforscher inzwischen in Ostdeutschland fast genauso hoch wie im Westen. 55 Prozent der Hauptmieter hätten den Zustand des von ihnen bewohnten Gebäudes als »gut« bezeichnet, 35 Prozent bezeichneten ihn als »teilweise renovierungsbedürftig«. In Westdeutschland sei die Beurteilung ein wenig besser ausgefallen. Nur bei der Frage nach »ganz renovierungsbedürftigen« Gebäude gebe es einen deutlichen Unterschied. Im Osten waren zehn Prozent der Ansicht, in einem ganz renovierungsbedürftigen Gebäude zu leben, doppelt so viele wie im Westen.

In Wiesbaden berichtete unterdessen das Statistische Bundesamt, dass der Preisindex für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude (Bauleistungen am Bauwerk, einschließlich Umsatzsteuer) im August 2001 um 0,2 Prozent niedriger lag als im Vorjahresmonat.