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Millionenverlust: Zalando: Betrüger und Extrem-Shopper ruinieren das Geschäft

Schrei vor Schreck: Zalando hat in den vergangenen Monaten erstaunlich viele Waren verkauft. Doch statt eines ordentlichen Gewinns meldete der Schuhversender rote Zahlen. Betrüger machten dem Konzern das Leben schwer.

Zalando feiert Umsatzerfolge, bezahlt sein Wachstum aber teuer

Zalando feiert Umsatzerfolge, bezahlt sein Wachstum aber teuer

Eigentlich könnten sie bei Zalando zufrieden sein, denn die Kunden rennen ihnen die Bude ein. Gut 40 Prozent mehr als im Vorjahr verkaufte der Schuh- und Modeversender laut seinem aktuellen Quartalsbericht. Die Erlöse stiegen damit auf rund 710 Millionen Euro. Ganz schön viel Geld. Trotzdem schreit bei Zalando gerade niemand vor Glück.

Obwohl die Kunden bestellten ohne Ende, hat der Konzern einen Millionenverlust gemacht. 18 bis 32 Millionen Euro verbrannte Zalando in den vergangenen Monaten - und da sind Zinsen und Steuern noch nicht eingerechnet. Die Zalando-Aktie brach kurz nach der Bekanntgabe der überraschenden Minus-Zahlen um mehr als zehn Prozent ein.

Wie kommt es, dass die an sich boomende Schuhschleuder so viel Geld verliert? Der Konzern spricht von gezielten Wachstumsinvestitionen in Logistik und Technologie: "Wir sind gewillt, kurzfristige Einbußen bei der Profitabilität in Kauf zu nehmen, um Wachstum zu beschleunigen und Marktanteile zu gewinnen", erklärte Vorstand Rubin Ritter. Am Ende des Jahres soll immer noch ein operativer Gewinn stehen.

Die Probleme des Onlineriesen im Überblick.

1. Zahlreiche Betrugsfälle

Viele Kundenbestellungen helfen wenig, wenn die Waren anschließend nicht bezahlt werden. Das passierte Zalando im ersten Halbjahr 2015 im großen Stil. Wegen eines Fehlers im Algorithmus wurde viel zu vielen Kunden die Bestellung auf Rechnung angeboten. Selbst wenn bereits haufenweise unbezahlte Rechnungen von dieser Adresse vorlagen, lieferte das Unternehmen munter weiter.

Bekannt wurde in dem Zusammenhang der Fall eines saarländischen Flüchtlingsheimes. Die Bewohner bestellten über einen Zeitraum von einem Jahr fast 1000 Pakete im Gesamtwert von rund 180.000 Euro. Da auch viele andere Betrüger auf Rechnung bestellten ohne zu bezahlen - und die Besteller häufig auch nicht zu ermitteln waren - entstand Zalando durch die Panne ein Schaden in Millionenhöhe.

Der Fehler ist mittlerweile behoben, doch die nächste Panne kommt bestimmt. Zalando ist darauf angewiesen, den Kunden das Bestellen so einfach wie möglich zu machen, sodass Betrüger immer wieder neue Schlupflöcher finden.

2. Hohe Marketingausgaben

Als einen Hauptgrund für das Minus in der Bilanz nennt Zalando erhöhte Ausgaben fürs Marketing. Zuletzt habe der Konzern vor allem in Werbung für App-Downloads mehr Geld investiert. Außerdem sei der Start in die Herbst-/Winter-Saison und die damit verbundene Werbung in diesem Jahr besonders früh, erklärte das Unternehmen. Zalando weist hier also auf Sondereffekte hin. Die Wahrheit aber ist: Die Ausgaben für Werbung sind bei Zalando immer hoch. Vor allem ohne die penetrante und teure TV-Werbung ("Schrei vor Glück") hätte der Konzern niemals seine jetzige Größenordnung erreichen können.

3. Hohe Retourenquote

Ein Dauerproblem taucht in der aktuellen Problemliste gar nicht auf. Dabei bedroht die hohe Retourenquote das Geschäftsmodell von Zalando wohl am stärksten. Etwa die Hälfte aller Klamotten schicken die Kunden wieder zurück. Einige Shopping-Queens erreichen sogar eine Retourenquote von annähernd 90 Prozent. Dem steht Zalando ziemlich hilflos gegenüber.

Das Unternehmen muss großzügige Rücksendemöglichkeiten anbieten, sonst bestellt niemand mehr Klamotten online. Auch Versuche, einzelne Extrem-Shopper gezielt anzugehen, hat das Unternehmen wieder aufgegeben. Als bekannt wurde, dass Kunden mit hoher Retourenquote gezielt angeschrieben wurden oder sogar nur noch per Vorkasse bezahlen durften, war der Imageschaden so groß, dass Zalando die Maßnahmen wieder einstellte.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.