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Zugpreise: Deutsche Bahn beugt sich dem Druck der Fernbusse

Man habe die Konkurrenz durch die Busse unterschätzt, gibt die Bahn selbst zu. Deshalb bleiben gerade im Fernverkehr die Preise stabil. Doch eine kleine Kostenfalle hat die Bahn trotzdem eingebaut.

Die Deutsche Bahn erhöht die Ticketpreise deutlich langsamer als in den Vorjahren - die Konkurrenz der zu Mini-Preisen fahrenden Fernbusse ist zu groß: Das räumt die Bahn selbst ein: "Wir wollen unseren treuen Kunden zeigen, dass wir schon mitbekommen haben, dass die Wettbewerbssituation eine andere ist", sagt Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg. Die Bahn werde sich aber nicht auf einen Preiskampf einlassen.

Besonders im Fernverkehr ist der Druck durch die Busse hoch: Diese fahren zwar häufig zwar langsamer, aber meistens zu niedrigeren Fahrpreisen. Homburg musste erst im Sommer zugeben, die neue Konkurrenz unterschätzt zu haben, als Anfang 2013 der Markt für Busstrecken über 50 Kilometer geöffnet wurde.System kosten künftig Gebühren für innerdeutsche Fernverkehrstickets und die Bahncards. Die Gebühr soll ab einem Betrag von 50 Euro fällig werden und maximal ein Prozent des Kaufpreises oder höchstens drei Euro betragen. Zahlungen per Lastschrift oder in Bar sind davon nicht betroffen.

Kurz nach der diesjährigen Preisrunde drohen Fahrgästen wieder Streiks. Die Tarifverhandlungen der Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) waren am vergangenen Donnerstag gescheitert.

Die GDL fordert fünf Prozent mehr Lohn und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Außerdem will sie auch für andere Berufsgruppen bei der Bahn verhandeln dürfen, die bisher von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten werden.

Die Mitglieder der GDL sind zu einer Urabstimmung über weitere Streiks aufgerufen. Am Donnerstag (2.10.) will die GDL das Ergebnis Abstimmung bekanntgeben. Der "Bild"-Zeitung (Samstag) sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky: "Die Beteiligung ist überwältigend. Das heißt: Die Mitglieder stehen voll hinter uns."


mia/DPA/Reuters / DPA / Reuters