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"Die Stunde Null" Peter Schöffel: "Die Leute dürstet es, nach draußen in die Natur zu gehen"

Peter Schöffel
Peter Schöffel führt das Familienunternehmen in siebter Generation.
© APA/picturedesk.com / Picture Alliance
Firmenchef Peter Schöffel erzählt im Podcast wie sein Outdoorausrüster durch die Krise kommt und warum er ungeachtet des Onlinebooms weiter auf den Fachhandel setzt.

Im Vergleich zum gewöhnlichen Textilhandel ist der Markt für Outdoor- und Sportbekleidung besser durch das Corona-Jahr gekommen. "Im Verhältnis zur klassischen Mode oder zum Schuhhandel sind wir in der Sport- und Outdoorbranche die Einäugigen unter den Blinden", sagt Peter Schöffel, Chef des gleichnamigen Outdoorausrüsters Schöffel, im Podcast "Die Stunde Null" (Hier direkt reinhören). "Die Leute dürstet es, nach draußen zu gehen, in die Natur", sagt Schöffel, der das Familienunternehmen in siebter Generation führt. Deshalb sei der Bereich Sport und Outdoor besser aus dem Lockdown gekommen. 

Dennoch rechnet Schöffel, mit zuletzt 100 Millionen Euro Umsatz hinter Jack Wolfskin die Nummer zwei auf dem deutschen Outdoormarkt, in diesem Jahr mit zweistelligen Umsatzeinbrüchen und mit einem Verlust. "Es fehlten einfach die zwei Monate Umsatz aus dem Frühjahr, und derzeit immer noch die Touristen", sagt Schöffel. "Das tut in den Kassen weh." Sport und Outdoor hingen stark vom Fachhandel ab, weil beides beratungsintensiv sei. "Wenn man allerdings die zwei Monate Lockdown rausrechnet, hat der Sport die Umsätze des Vorjahres wieder erreicht." Artikel rund um das Thema Wandern liefen viel besser als etwa Skiausrüstung.

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Dieser Text ist Teil der Initiative "Zeit, die Dinge neu zu sehen" der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch der Verlag Gruner+Jahr gehört, in dem der stern erscheint. Gemeinsam wollen wir dazu anregen, den Blick auf positive Aspekte der Veränderungen nach der Corona-Pandemie zu richten, neue Perspektiven einzunehmen und den aktuellen wie zukünftigen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Mehr Informationen gibt es unter www.zeit-die-dinge-neu-zu-sehen.de.

Radbekleidung boomt

Seit über 200 Jahren gibt es das Familienunternehmen Schöffel aus Schwabmünchen, das 1804 einmal mit dem Verkauf von Strümpfen begonnen hat. Später betrieb die Familie dann ein Textilhaus. Vor einem halben Jahrhundert begann Hubert Schöffel, Regenjacken und Wanderhosen herzustellen. Der amtierende Chef Peter Schöffel, 57, hat das Outdoor-Unternehmen in jüngster Zeit noch einmal neu ausgerichtet und ist Anfang des Jahres in den Markt für Radbekleidung eingestiegen. "Der Bereich boomt", sagt Schöffel.

Das Familienunternehmen ist seit jeher sozial engagiert. So hatte es im Lockdown im Gegensatz zu vielen anderen Marken die bestellte Ware aus Asien abgenommen und eingelagert. Das allein hat Schöffel fünf Millionen Euro an Liquidität gekostet. "Aber es ist der menschlichere Weg in der Krise", hat Peter Schöffel dazu gesagt. Man müsse zudem immer aufpassen, dass eine Marke nicht verramscht werde. "Bei allem Onlineboom brauchen wir künftig die Fachhändler."

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • was Peter Schöffel für die kommende Skisaison erwartet
  • warum Schöffel über seine Lieferketten nachdenkt
  • was Peter Schöffel im Winterurlaub vorhat.

Alle Folgen direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.

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