Tarifstreit Warnstreiks bei Post ausgedehnt


Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di macht im Tarifstreit bei der Post weiter Druck und hat die Warnstreiks ausgeweitet: 2,2 Millionen Postsendungen beliben unbearbeitet.

Im Tarifstreit bei der Post hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihre Warnstreiks auf Nord- und Ostdeutschland ausgedehnt. Insgesamt etwa 750 Beschäftigte legten am Donnerstag für mehrere Stunden die Arbeit nieder, wie eine ver.di-Sprecherin in Berlin sagte. Betroffen waren sieben Briefverteilzentren sowie Postfachsortierungen und Zustelldienste. Der Gewerkschaft zufolge blieben 2,2 Millionen Sendungen liegen.

In Berlin und im brandenburgischen Stahnsdorf beteiligten sich am Morgen etwa 170 Beschäftigte der Nachtschicht in zwei Briefzentren an dem dreistündigen Arbeitskampf. Am Vormittag schlossen sich 200 Berliner Postboten an. Allein in der Hauptstadt blieben etwa 1,5 Millionen Postsendungen vorübergehend liegen, hieß es.

In Bremen und Niedersachsen traten laut ver.di etwa 350 Mitarbeiter aus mehreren Briefzentren in den befristeten Ausstand, unter anderem in Hannover. In Hamburg und Schleswig-Holstein wurde die Postfachbestückung bestreikt, in Mecklenburg-Vorpommern die Belieferung der Zusteller.

Verweigerungshaltung aufbrechen

"Wir machen jetzt Druck, damit sich die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde bewegen", sagte Rolf Büttner vom ver.di-Bundesvorstand auf einer Streikversammlung in Berlin. Er forderte die Deutsche Post AG auf, zur Fortsetzung der Tarifverhandlungen am 1. Juni ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Mit den Warnstreiks wolle die Gewerkschaft die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber aufbrechen, die in den ersten beiden Verhandlungsrunden keinerlei Verbesserungen für die Arbeitnehmer vorgeschlagen hätten.

Ver.di fordert für die etwa 160.000 Post-Beschäftigten eine Einkommenserhöhung von vier Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Ein Sprecher in Stahnsdorf kritisierte, die Geschäftsführung wolle die Beschäftigten offenbar nicht am Bruttogewinn von fast drei Milliarden Euro im vergangenen Jahr teilhaben lassen. In den vergangenen Tagen hatten bereits etwa 1.500 Postler im Saarland und in Rheinland-Pfalz befristet die Arbeit niedergelegt.

AP AP

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