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Gesundheitsfonds: Betriebskrankenkassen sind die großen Verlierer

Der Gesundheitsfonds entuppt sich als Fehlschlag: Das Defizit der Kassen ist riesig, und wie Berechnungen des stern zeigen, sind besonders Betriebskrankenkassen die Verlierer des Einheitssatzes. Und die Bürger mögen den Fonds auch nicht.

Wenn es nach den Bürgern ginge, hätte der Gesundheitsfonds keine Zukunft: 44 Prozent plädieren laut stern-Umfrage dafür, bei der Krankenversicherung zum alten System zurückzukehren, nur 41 Prozent wollen den Fonds erhalten. Zu den großen Verlierern des vor neun Monaten gestarteten Fonds gehören nach stern-Berechnungen die Betriebskrankenkassen. Sie haben seit Januar 2009 bereits 168.000 Mitglieder eingebüßt. Gewinner des neuen Systems mit dem einheitlichen Beitragssatz von 14,9 Prozent des Bruttolohns sind die Ersatzkassen. Sie gewannen 344.000 neue Mitglieder. Obwohl die Kassenzahl gleichzeitig stetig sinkt, "dürfen sich die Bürger keine Wunder von Kassenfusionen erwarten", sagte der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem dem Magazin.

Das für 2010 erwartete Defizit von 7,5 Milliarden Euro müssen die Versicherten bezahlen. Vom Fonds profitiert haben vor allem die Ärzte. Nach Angaben des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung stieg das durchschnittliche Bruttoeinkommen von 126.000 Euro im Jahr 2003 auf nunmehr 162.000 Euro.

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