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Karneval: Kein Schmerzensgeld bei Verletzungen durch "Kamellen"

Jecken aufgepasst: Wer im Karneval durch fliegende "Kamelle" verletzt wird, kann in der Regel keinen Anspruch auf Schmerzensgeld geltend machen - es gibt aber Hintertüren.

Nicht lachen: Auch im Karneval-, Fastnachts- oder Faschingstrubel kann man verletzt werden, doch die Versicherungswirtschaft deckt mit ihrer Angebotspalette mittlerweile fast jede Eventualität ab. So kann etwa der Veranstalter einer Sitzung oder eines Umzugs eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung abschließen. Damit sind die Mitglieder des Festkomitees für ihre Haftung aus der Leitung und Überwachung der Veranstaltung versichert. Auch Verletzungen, die durch das Werfen von Kamellen entstehen, sind dadurch abgedeckt.

Gruppenschutz

Schutz für die teilnehmenden Karnevalsgesellschaften bietet demnach die Gruppenunfall- und die Vereins-Haftpflichtversicherung. Damit sind die Zugteilnehmer gegen Schäden versichert, die bei Umzügen entstehen können. Am Zug teilnehmende Reiter haben in der Regel eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn das Pferd plötzlich ausschlägt und jemanden verletzt. Der Veranstalter muss allerdings dafür sorgen, dass nur »umzugsgeeignete« Pferde eingesetzt werden.

Privater Unfalschutz wichtig

Für Schäden, die Zuschauer des närrischen Treibens verursachen, kommt die Privat-Haftpflicht auf. Dennoch sind auch Unfälle denkbar, für die niemand haftbar gemacht werden kann, da der Verursacher im Dunkeln bleibt. Gegen solche Fälle können sich Zuschauer nur mit einer privaten Unfallversicherung schützen.

Klagen meist erfolglos

Denn allgemein gilt vor dem Auftakt der "tollen Tage": Besucher von Karnevalsumzügen müssen sich in der Regel selbst gegen Verletzungen durch Bonbons oder andere "Wurfgeschosse" schützen. Wer von "Kamelle" oder einer Schokoladentafel getroffen wird und dabei zu Schaden kommt, ist mit einer Klage auf Schmerzensgeld meist erfolglos. Die Süßigkeiten werden bei den Zügen tonnenweise von den Festwagen geworfen. Schon vor einigen Jahren entschied das Landgericht Trier (Az.: 1 S 150/94), jedem Besucher eines Karnevalsumzuges müsse klar sein, auf welche Art und Weise die Narren ihre Geschenke unter das Volk bringen. Dementsprechend müsse er sich darauf einstellen.

DPA