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Tipps und Tricks: Sicher durch den Karneval

Karneval auf der Straße, Karneval in der Mietwohnung und Karneval auch am Steuer: stern.de erklärt, worauf Sie achten sollten - damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Nicht lachen: Auch im Karneval-, Fastnachts- oder Faschingstrubel kann man verletzt werden. Denn beim bunten Treiben können herumfliegende "Kamelle" oder Schokoladentafeln im wahrsten Sinn ins Auge gehen. Allerdings müssen sich die Besucher von Karnevalsumzügen in der Regel selbst gegen Verletzungen durch Bonbons oder andere "Wurfgeschosse" schützen. Wer von "Kamelle" oder einer Schokoladentafel getroffen wird und dabei zu Schaden kommt, ist mit einer Klage auf Schmerzensgeld meist erfolglos. Die Süßigkeiten werden bei den Zügen tonnenweise von den Festwagen geworfen. Schon vor einigen Jahren entschied das Landgericht Trier (Az.: 1 S 150/94), jedem Besucher eines Karnevalsumzuges müsse klar sein, auf welche Art und Weise die Narren ihre Geschenke unter das Volk bringen. Dementsprechend müsse er sich darauf einstellen.

Private Unfallversicherung empfehlenswert

Mittlerweile deckt die Versicherungswirtschaft mit ihrer Angebotspalette fast jede Eventualität ab. So kann etwa der Veranstalter einer Sitzung oder eines Umzugs eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung abschließen. Damit sind die Mitglieder des Festkomitees für ihre Haftung aus der Leitung und Überwachung der Veranstaltung versichert. Auch Verletzungen, die durch das Werfen von Kamellen entstehen, sind dadurch abgedeckt. Schutz für die teilnehmenden Karnevalsgesellschaften bietet die Gruppenunfall- und die Vereins-Haftpflichtversicherung. Damit sind die Zugteilnehmer gegen Schäden versichert, die bei Umzügen entstehen können. Am Zug teilnehmende Reiter haben in der Regel eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn das Pferd plötzlich ausschlägt und jemanden verletzt. Der Veranstalter muss allerdings dafür sorgen, dass nur "umzugsgeeignete" Pferde eingesetzt werden.

Für Schäden, die Zuschauer des närrischen Treibens verursachen, kommt die Privat-Haftpflicht auf. Dennoch sind auch Unfälle denkbar, für die niemand haftbar gemacht werden kann, da der Verursacher im Dunkeln bleibt. Gegen solche Fälle können sich Zuschauer nur mit einer privaten Unfallversicherung schützen.

spi mit AP

Karneval und Autofahrten

Masken gehören zum Karneval wie Umzüge und Kamelle. Hinter dem Steuer eines Wagens hört der Spaß aber auf. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) macht darauf aufmerksam, dass Fahrer an den tollen Tagen nur dann maskiert unterwegs sein dürfen, wenn Sicht, Bewegungsfreiheit und Gehör nicht beeinträchtigt werden. So verstoße das Tragen einer Pappnase aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gegen die Straßenverkehrsordnung. Augenklappen oder Gesichtsmasken seien jedoch mit Sicherheit tabu. Bei Missachtung droht dem AvD zufolge eine Strafe in Höhe von zehn Euro.

Kein Verstoß gegen das Vermummungsverbot

Komme es zu einem Unfall, könne möglicherweise wegen grober Fahrlässigkeit der Kaskoschutz verloren gehen. Rechtlich ist das Tragen von Masken während der fünften Jahreszeit auch kein Verstoß gegen das Vermummungsverbot, das Teilnehmern von öffentlichen Versammlungen gesetzlich verbietet, ihr Gesicht zu verhüllen.

Karneval und Harndrang

Beim Thema "Wildpinkeln" kennen die Ordnungshüter der Karnevalshochburgen bei aller Ausgelassenheit in der fünften Jahreszeit kein Pardon. So werden in den Karnevalshochburgen Köln, Mainz und Düsseldorf alle, die ihre Notdurft an Bäumen, Hauswänden oder an "sonstigen nicht dafür vorgesehenen Stellen" verrichten, mit einem Verwarnungsgeld von 35 Euro zur Kasse gebeten. Dabei behandeln alle drei Städte ein solches Verhalten als Ordnungswidrigkeit, die sich bei ausbleibender Zahlung zu einem Bußgeldverfahren auswachsen kann.

In Köln wurden nach Angaben aus dem Rathaus im vergangenen Jahr an den "tollen Tagen" mehr als 500 Narren ertappt. So kamen mehr als 18.000 Euro zusätzlich in den Stadtsäckel, wie ein Sprecher sagte. Aber die Zahl der Erwischten ist nur ein Bruchteil. Verständnis für ein dermaßen rücksichtloses Verhalten gebe es nicht, zumal sich die Zahl der eigens für Karneval aufgestellten Toilettenhäuschen in den vergangenen Jahren sehr stark erhöht habe.

Auch etwas weiter rheinabwärts in Düsseldorf will man Ausreden wie "ich hatte keine andere Wahl" nicht gelten lassen. Denn in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gibt es nach Auskunft des Ordnungsamts genügend öffentliche Toiletten. Wer sich dennoch nicht beherrschen kann, muss ebenfalls mit einer Verwarnung in Höhe von 35 Euro rechnen. Gleiches gilt in der Fastnachtshochburg Mainz. Allerdings seien im vergangenen Jahr Narren nur in Einzelfällen zur Kasse gebeten worden.

Karneval und Langfinger

Das Getümmel der Fastnachtsumzüge ist auch immer wieder ein Betätigungsfeld für Taschendiebe. Gerade im unübersichtlichen Gedränge der Straßenumzüge haben Taschendiebe häufig leichtes Spiel. Meist sind sie auch in Teams unterwegs: Einer der Täter lenkt das Opfer ab, der andere macht die Beute.

Damit es nicht so weit kommt, hat die Polizei einige Tipps zusammengestellt, um sich vor Taschendieben zu schützen:
- Es sollten nur geringe Mengen Bargeld mitgeführt werden.
- Wertgegenstände sollten ausschließlich in Innen- und Gurttaschen aufbewahrt werden.
- Hand- und Umhängetaschen sollten möglichst dicht vor dem Körper getragen oder unter den Arm geklemmt werden.

Karneval und Mieter

In der fünften Jahreszeit müssen Mieter und Vermieter vor allem in den Karnevalshochburgen mehr Unannehmlichkeiten hinnehmen als zu anderen Zeiten des Jahres. Dies gilt gerade in der Nacht von Rosenmontag auf Faschingsdienstag, wie der Immobilienverband IVD-West erklärt. Mitunter haben Gerichte sogar die Frage aufgeworfen, ob die gesetzlichen Ruhezeiten angesichts der Brauchtumspflege überhaupt gelten. In aller Regel könne aber ein Gastwirt nicht belangt werden, wenn in dieser Nacht noch spät Musik aus der Kneipe dringt.

Bei Außendeko nochmal nachfragen

Wer andere Narren in seiner Mietwohnung aufnehmen möchte, sollte darauf achten, dass diese nicht überbelegt wird. Die Frage nach der Überbelegung richtet sich den Angaben der Experten zufolge sowohl nach der Quadratmeterzahl (Richtwert: sieben Quadratmeter pro Person) als auch danach, ob die Wohnung in dieser Zeit über das übliche Maß abgenutzt wird.

Um Erlaubnis fragen muss man den Vermieter bei der Aufnahme von Gästen in aller Regel nicht. Es sei denn, der Bewohner ist während der Besuchszeit nicht selbst anwesend. Der Besuch darf auch über einen längeren Zeitraum bleiben. Sechs bis acht Wochen sind laut Immobilienverband kein Problem. Auch bei der Dekoration haben Mieter freie Hand. Wer allerdings Karnevals-Deko an der Außenfassade anbringen möchte, ist gut beraten, vorher mit dem Besitzer zu sprechen.

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