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Private Krankenversicherung: Für wen sich der Wechsel lohnt

Wer jung und gesund ist, kann beim Wechsel in die private Krankenversicherung viel Geld sparen - für andere kann sich der Wechsel rächen.

Von Elke Schulze

Der Weg in die private Krankenversicherung steht mehr Menschen als bisher offen - doch nicht für jeden lohnt sich dieser Schritt

Der Weg in die private Krankenversicherung steht mehr Menschen als bisher offen - doch nicht für jeden lohnt sich dieser Schritt

Wer in die private Krankenversicherung (PKV) wechselt, verspricht sich davon in der Regel günstigere Beiträge oder eine bessere medizinische Versorgung. Wer jung und gesund ist, ein gutes Gehalt und keine Kinder hat, kann so zunächst eine Menge Geld sparen. Mit Monatsbeiträgen von unter 100 Euro locken einige Gesellschaften und bieten auch nur geringe Leistungen. Allerdings lässt sich die Entscheidung, ins private Lager zu wechseln, später kaum rückgängig machen. Und genau hier liegt das Problem: Wie soll man in jungen Jahren den Verlauf des Berufs- und des familiären Lebens absehen können?

Privat versichern können sich Angestellte, deren Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze – auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt – liegt, sowie Beamte, Selbstständige und Freiberufler. Die Grenze hat der Gesetzgeber 2014 bei 53.550 Euro im Jahr gezogen, das entspricht einem Verdienst von 4462,50 im Monat. Doch für wen lohnt sich der Wechsel wirklich?

Die Ersparnis heute ist unter Umständen teuer erkauft: Auch wenn das Einkommen sinkt, muss weiter die gleiche Prämie gezahlt werden. Denn sie richtet sich nicht nach dem Verdienst, sondern nach Alter und Gesundheitszustand. Vor allem im Rentenalter können steigende Prämien zum Problem werden. Wer Familie hat, muss für jedes Mitglied einen eigenen Beitrag zahlen - anders als in bei gesetzlichen Kassen (GKV). Dort sind Kinder und nicht arbeitende Ehepartner kostenlos mitversichert. Wer Single bleibt und gut verdient, kann jedoch von der PKV profitieren.

Wie funktioniert die private Krankenversicherung?

Ein Hauptmerkmal der privaten Krankenversicherung ist, dass sie ihre Leistungen nach dem Baukastenprinzip anbietet: Der ambulante Schutz umfasst die Behandlung beim Arzt, alle Medikamente, Heil- und Hilfsmittel. Je nach abgeschlossenem Tarif bekommt man alles oder nur einen bestimmten Teil der Kosten erstattet. Unter den stationären Teil fällt die gesamte Versorgung im Krankenhaus. Ebenfalls separat schließt man den Zahntarif ab, bei dem die Höhe der Erstattung individuell verhandelt wird.

Dabei muss man sich über den Umfang des Versicherungsschutzes klar werden. Was brauche ich tatsächlich? Muss es ein Einzelzimmer in der Klinik sein, oder reicht das Zweibettzimmer? Sollen Kosten für Heilpraktiker, Psychotherapeuten und umfassenden Zahnersatz übernommen werden, oder trage ich einen großen Teil selbst? Anschließend sollte man auf jeden Fall mehrere Angebote einholen, denn es gibt große Unterschiede. Einige Unternehmen erhöhen die Beiträge schneller, manche knausern bei den Leistungen, andere geben viel Geld für Makler und Verwaltung aus. Unabhängige Stellen, wie der Map-Report oder "Finanztest", führen genaue Anbietervergleiche durch.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse steht vor der Unterschrift eine umfangreiche Gesundheitsprüfung. Vorerkrankungen oder chronische Krankheiten müssen dem Versicherer gemeldet werden, der dafür einen Risikozuschlag auf die normale Prämie kassieren darf, Leistungen für die spezielle Erkrankung ganz ausschließt oder den Versicherten im gewünschten Tarif ganz ablehnt. Dieses "Aussortieren" gibt es bei den gesetzlichen Kassen nicht.

Wie kann ich steigende Prämien begrenzen?

Zwar bilden die Gesellschaften Alterungsrückstellungen aus den eingezahlten Beiträgen, auch deshalb sollte man vor Billiganbietern auf der Hut sein. Dennoch können die Rückstellungen nicht verhindern, dass es im Alter meist zu mehr oder weniger hohen und stetigen Beitragssteigerungen kommt. Das heißt, gerade Rentner haben bei dann sinkendem Einkommen steigende Prämien zu bewältigen. Dann bleibt nur die Möglichkeit, Leistungen abzuspecken. Zum Beispiel, indem man den Selbstbehalt erhöht – also den Teil der Kosten, die man selbst trägt.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Jeder Versicherte hat das Recht, bei einem Anbieter in einen Tarif mit einem vergleichbaren Leistungsniveau zu wechseln. Bietet der gewünschte Tarif mehr Leistungen, verlangt der Versicherer unter Umständen eine erneute Gesundheitsprüfung, die aber auch nur für die neuen Leistungen gilt.

Sind die Beiträge unerschwinglich, bleibt nur der Wechsel in den Basistarif. Diesen Tarif muss jeder private Krankenversicherer seit der Einführung der Versicherungspflicht Anfang 2009 anbieten. Er orientiert sich am Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen und darf den Höchstbeitrag in der GKV nicht übersteigen. 2014 sind das immerhin 627,75 Euro.

Für privat Versicherte, die ihren Beitrag gar nicht mehr zahlen können, gibt es seit August 2013 einen Notlagen-Tarif. Hier müssen Kunden nur zwischen 100 und 125 Euro zahlen, haben aber im Krankheitsfall nur Anspruch auf Leistungen bei Schmerzzuständen und akuten Erkrankungen. Der Tarif ist nicht als Dauerlösung gedacht. Er soll den säumigen PKV-Kunden einen Schuldenabbau ermöglichen. Sobald die Verbindlichkeiten getilgt sind, kann der Patient in seinen alten Tarif zurückkehren.

tav/pen/Elke Schulze
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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