Reiserecht Tipps für einen stressfreien Urlaub


Dinge, die man nicht wissen muss, aber sehr nützlich sein können: In welchem Land darf man Reservebenzin im Auto mitnehmen, was fällt unter All-inklusive und was passiert bei falschen Reisekostenabrechnungen?

Was gehört zu All-inklusive-Reisen

All-inklusive-Reisen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Denn für ein paar Euro mehr erhalten Urlauber ein fertig geschnürtes Reisepaket, das die meisten Kosten umfasst. Allerdings: Auch wenn All-inclusive draufsteht, ist nicht immer alles im Preis enthalten, darauf weist die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hin. Alles, was in der Reisebeschreibung nicht genannt wird, muss extra bezahlt werden.

Urlauber sollten daher vor der Buchung Preise und Angebote genau vergleichen und die Katalogangaben sorgfältig prüfen. Im Kern umfassen All-inklusive-Angebote meist Unterkunft, Speisen, Getränke und Sportmöglichkeiten. Organisierte Ausflüge müssen die Urlauber den Angaben zufolge dagegen oft extra bezahlen, hinzu kommen meist noch die Verpflegungskosten an dem Tag.

Zusätzlich belastet wird die Reisekasse, wenn Freigetränke nur zeitlich begrenzt angeboten werden, etwa zu den Essenszeiten. Nicht selten beschränkt sich das Angebot auf lokale Getränke, internationale Getränke müssen die Urlauber extra zahlen. Auch verschiedene Sportangebote können ausgenommen oder nur zu bestimmten Zeiten kostenlos sein, so die Verbraucherzentrale.

Benzinkanister nicht vergessen

In vielen europäischen Ländern sind die Benzinpreise auf bislang ungekannte Höhen geklettert. Da die teilweise großen Preisunterschiede allerdings geblieben sind, füllen viele Reisende dort, wo es billig ist, weiterhin fleißig Reservekanister, wie der ADAC berichtet. Dank EU-Osterweiterung seien in einigen ost- und südosteuropäischen Ländern die Zollvorschriften für die Mitnahme von Reservesprit-Kanistern zwar weggefallen, so der Autoclub. Vielerorts sei das Mitführen von Sprit in Behältern jedoch auch weiterhin nur in bestimmten Mengen erlaubt oder sogar ganz verboten.

Nicht mitgeführt werden darf Reservesprit laut ADAC in Griechenland, Luxemburg, Ungarn, Bulgarien, Kroatien und Rumänien. Und auch beim Übersetzen mit der Fähre nach Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland könne die Mitnahme von Sprit-Kanistern verboten sein, hieß es (Auskunft dazu erteilt die jeweilige Reederei). Grundsätzlich tabu sind Reservesprit-Kanister den Angaben zufolge auf Fährschiffen nach Großbritannien, Irland, Island sowie nach Zypern. Die Schweiz, Liechtenstein und die Türkei (nicht auf dem Fährweg) erlaubten hingegen 25-Liter-Kanister, hieß es.

Mazedonien gestatte die Mitnahme von 20 Litern, Serbien-Montenegro von fünf Litern. Autofahrer, die durch die Schweiz nach Italien oder Frankreich hindurch wollten oder aus der Schweiz nach Österreich oder Deutschland zurückkehrten, müssten Reservemengen über zehn Litern verzollen. In Deutschland sei aus Sicherheitsgründen die Mitnahme von mehr als 20 Litern im Pkw verboten.

Kostenlose Übernachtung bei viel Regen

Regen im Urlaub - für die meisten Reisenden ein Albtraum. Am Scharmützelsee in Brandenburg können verregnete Stunden im diesjährigen Sommerurlaub dagegen die Reisekasse entlasten. Auf die Initiative "Schönes Wetter - schöner Urlaub" der Kurdirektion Bad Saarow gemeinsam mit den beiden Nobelhotels "Esplanade" und "Das Brandenburg" weist das "Fondsmagazin" der DekaBank hin. Reisende, die während ihres Urlaubs mehr Regen erlebten als statistisch üblich, haben die Chance kostenlos zu übernachten, wie der Generalmanager von "Das Brandenburg", Oscar von der Lancken, schildert.

Jede "überstatistische" Regenstunde werde dem Gast gutgeschrieben. Seien acht solche Regenstunden erreicht, bestehe das Recht auf eine Gratis-Übernachtung. Das Angebot gilt den Angaben zufolge bis 23. September. Der Scharmützelsee, vom Dichter Theodor Fontane in seinen "Wanderung durch die Mark Brandenburg" verewigt, liegt eingebettet in das Land der alten Mark Brandenburg, Potsdam ist in Ausflugnähe.

Kündigungsgrund falsche Reisekostenabrechnung

Einen interessanten Vergleich gab es vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG), als eine fristlose Kündigung wegen einer falschen Reisekostenabrechnung verhandelt wurde. Die obersten Arbeitsrichter in Erfurt wiesen zuvor darauf hin, dass eine falsche Reisekostenabrechnung eine fristlose Kündigung rechtfertigen kann. Auch sei es bei einem hinreichendem Anfangsverdacht der Arbeitgeber berechtigt, einen Detektiv einzuschalten. Der Zweite Senat traf jedoch keine Entscheidung in diesem konkreten Fall.

Geklagt hatte ein ehemaliger Außendienstmitarbeiter aus Bayern, dem auf Grund einer falschen Reisekostenabrechnung im Juli 2001 fristlos gekündigt worden war. Seine Firma hatte ihn zuvor von einem Detektiv beobachten lassen. Der Kläger einigte sich nun mit seinem früheren Arbeitgeber darauf, dass die Kündigung zum Ablauf der gesetzlichen Frist Ende Dezember 2001 wirksam ist. Der Mitarbeiter war mit seiner Kündigungsklage in der ersten Instanz erfolgreich. Das Landesarbeitsgericht Nürnberg hatte seine Klage abgewiesen. (AP)

DPA

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