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SCHLICHTER: Schöner streiten

Ärger mit der Versicherung kommt viele Verbraucher teuer zu stehen. Jetzt soll ein Schlichter verschaukelten Kunden helfen, ihr Recht leichter durchzusetzen.

Streit mit der Versicherung? Bislang blieb Verbrauchern da nur der Gang zum Rechtsanwalt oder eine weitere der rund 20.000 Beschwerden pro Jahr an das Bundesaufsichtsamt für die Branche in Berlin zu schreiben - beides aufwendig, vor allem aber langwierig. Nun soll die Streitschlichtung einfacher werden. Denn die Assekuranz will sich - nach jahrelangem Zögern - dem Votum eines unabhängigen Schlichters, dem so genannten Ombudsmann, stellen.

Neues Konzept: Der Ombudsmann

Fälle bis zu einem Streitwert von 5.000 Euro darf der dazu frisch ernannte Ex-BGH-Richter Wolfgang Römer eigenständig entscheiden; bis zu 50.000 Euro eine Einigungsempfehlung abgeben. »Damit kann man zu Beginn leben. Das Konzept ist aber noch verbesserungsfähig«, so Römer. Konkret wünscht sich der Versicherungsjurist für seine Entscheidungsmacht einen höheren Grenzbetrag als 5.000 Euro. Das Verfahren ist für Verbraucher kostenlos, der Schiedsspruch muss von beiden Seiten akzeptiert werden - ganz so, wie vor Gericht. Aber auch, wenn nur Auskünfte verlangt werden, sollen »ausgebildete Versicherungskaufleute, die im Ombudsmann-Call-Center die Anrufe entgegennehmen, kompetent weiterhelfen«, verspricht Bernd Michaels, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Unterschiedliche Anlaufstellen

Damit die neue Schlichtungsstelle möglichst schnell bekannt wird, sollten die »Kunden bereits im Versicherungsvertrag über die Beschwerdemöglichkeit beim Ombudsmann informiert werden«, fordert Michaels. Verärgerte Verbraucher sollten nun ihre Beschwerden an den GDV »zu Händen des Versicherungs-Ombudsmanns« senden (Friedrichstraße 191, 10117 Berlin; Tel.: 0800-3399399; www.gdv.de). Bei Haftpflichtschäden allerdings kann weiterhin nur das Bundesaufsichtsamt (www.bav-bund.de) helfen und bei Zank mit dem privaten Krankenversicherer nur dessen Branchenverband (www.pkv.de).

Uwe Schmidt-Kasparek

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.