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SPD: Privatpatienten nicht bevorzugen

Die Sozialdemokraten wollen künftig Ärzte bestrafen, die Privatpatienten bevorzugt behandeln. Vor allem die gesetzlichen Krankenkassen seien gefordert, sich gegen die Zwei-Klassen-Medizin zu wehren.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert die gesetzlichen Krankenkassen zum Boykott von Ärzten auf, die Privatpatienten bevorzugt behandeln. "Die gesetzlichen Kassen sollten mit solchen Ärzten zumindest keine Einzelverträge etwa über integrierte Versorgung abschließen", sagte Lauterbach der "Passauer Neuen Presse" zufolge. Ärzte, die sich an Zwei-Klassen-Medizin beteiligten, müssen wirtschaftlich abgestraft werden, Ärzte, die gesetzliche und private Patienten gleichbehandelten, sollten höhere Honorare bekommen.

Ärtze konnen abgestraft werden

Er unterstütze ausdrücklich einen entsprechenden Vorstoß der Barmer Ersatzkasse, sagte Lauterbach. Es sei wichtig, dass alle gesetzlichen Kassen in diesen Fragen an einem Strang zögen. "Die Privaten werben junge Gutverdiener auch mit dem Versprechen einer Vorzugsbehandlung ab." Gegen diese Zwei-Klassen-Medizin müssten sich die gesetzlichen Versicherungen wehren.

Der Sprecher von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Klaus Vater, wies in der Zeitung darauf hin, dass die gesetzlichen Krankenkassen bereits seit der Gesundheitsreform von 2004 die Möglichkeit hätten, Ärzte, die Privatpatienten bevorzugt behandelten, mit einem Abschlag zu belegen. "Die Kassen sollten aufwachen und sich auf ihre Möglichkeiten konzentrieren", wird er zitiert.

AP / AP
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