Zehn Dinge, die Google+ noch fehlen

15. Juli 2011, 12:17 Uhr

Kann Google sich zum gefährlichen Konkurrenten für Facebook entwickeln, oder scheitert das jüngste Projekt des Webgiganten? Zehn Features, die Google+ noch braucht, um Facebook das Fürchten zu lehren.

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Facebook-Killer? Google+ hat das Potenzial, aber es fehlt noch einiges dafür©

Google+ hat großes Potenzial. Gute Kontrolle über die Empfänger von veröffentlichten Beiträgen ("Circles"), ein personalisierbarer Nachrichtenstrom ("Sparks") und Videochats für Einzelne oder in Gruppen ("Hangouts") - das neue soziale Netzwerk erwischt Facebook an seinen offenen Flanken. Sollte Google es schaffen, seinem sozialen Netzwerk noch einige Features hinzuzufügen, könnte das neue Projekt durchaus Aussichten auf Erfolg haben. Hier zehn Features, die Google+ haben muss, um an Facebook vorbeizuziehen.

1. Verbesserung der "Circles"

Diese Funktion ist brillant, und Google hat sich damit etwas zunutze gemacht, was bei Facebook nie funktioniert hat. Man kann Nachrichten an ausgewählte "Kreise" versenden, während Facebook einen allgemeinen Feed für alle bevorzugt. Mit Google+ hat man die Möglichkeit auszuwählen, wer Zugang zu welchem Inhalt hat. Im Moment ist diese Anwendung noch zu simpel aufgebaut, aber wenn Google Unterkategorien zu jedem "Circle" hinzufügt und außerdem die Möglichkeit bietet, eine große Anzahl von Usern schneller zum Profil hinzuzufügen (wie zum Beispiel alle Twitter-Kontakte) hätte Google+ einen großen Vorteil gegenüber Facebook.

2. Analysewerkzeuge

Google ist ein Fan von Zahlen und statistischen Analysen. So ist es überraschend, dass solche Funktionen noch nicht besser in Google+ integriert wurden. Zum Beispiel wäre eine tägliche Zusammenfassung aller neuen oder "verlorenen" Mitglieder sinnvoll. Oder eine Anzeige, wer was auf ein Posting geantwortet, Einträge kommentiert oder einen geposteten Link angeklickt hat. Ein täglicher Kurzbericht würde User motivieren, mehr mit dem neuen Dienst zu interagieren.

3. Eine iPhone-/iPad-App

Jeder, der ein Android-Smartphone besitzt, kann Google+ als App herunterladen. Leider lässt das Apple- oder BlackBerry-Nutzer noch außen vor. Vor allem die iPhone-App würde jenen Anwendern helfen, die unterwegs auf ihre Kontaktlisten angewiesen sind. Mit Google+ auf dem iPhone wäre es einfach, mit Kollegen auch von unterwegs in Kontakt zu treten, Videokonferenzen abzuhalten und neue Klienten ausfindig zu machen. Eine Tablet-Version wäre ebenso empfehlenswert, denn Videokonferenzen machen auf dem großen Bildschirm mehr Spaß.

4. Suche über mehrere Kategorien

Im Moment kann man bei Google+ nur nach dem Namen von Usern suchen - eine überraschende Selbstbeschränkung für einen Suchmaschinengiganten. Es wäre hilfreich, wenn man nach Personen mit ähnlichen Interessen, ehemaligen Arbeitskollegen oder Nachbarn - kurz: über verschiedene Kategorien - suchen könnte.

5. Eine bessere Twitter-Integration

Die "Extended Share for Google Plus"-Erweiterung für Google Chrome sendet Benachrichtigungen zu Facebook und Twitter. Ein System, das auch umgekehrt funktioniert, wäre wünschenswert für Google+.

6. Facebook-Import

Eine "Import von Facebook"-Funktion wäre ideal, um die verschiedenen Dienste besser miteinander zu verknüpfen. Facebook tendiert dazu, seine Daten vor der Netzwelt abzuschotten. Google hat den umgekehrten Ansatz und möchte so viele Informationen wie möglich öffentlich zugänglich machen. Anwendungen wie "Facebook Friend Exporter" wurden von Facebook geblockt. Google sollte etwas entwickeln, dass die Facebook-Blockade umgeht und ein Importieren von Daten und Inhalten aus Facebook zu Google+ möglich macht. Zugegeben, das ist unwahrscheinlich. Aber man wird sich's ja mal wünschen dürfen.

7. Blockieren von problematischen Inhalten

Im Moment ist es möglich, problematische Bilder auf Google+ ohne Konsequenzen zu posten. Ein deutliches Zeichen einer Beta-Version in der Entwicklungsphase. Google sagt, dass solche problematischen Inhalte für die Löschung markiert werden können, aber Facebook hat mit seiner Bilderanalyse ein besseres Mittel, um unangebrachte Inhalte zu blockieren. In Googles Suchmaschine befindet sich bereits eine ähnliche Bilderkennungsfunktion, nun muss sie nur noch in Google+ integriert werden.

8. Noch mehr Kontrolle über persönliche Daten

Google+ ist ein offeneres System als Facebook - alles ist über Google suchbar. Dennoch wäre eine noch bessere Kontrolle für den Anwender wünschenswert. Möchte man zum Beispiel einen Business-Account eröffnen, ist die Suchbarkeit über Google sicherlich erwünscht, gleichzeitig möchte man jedoch vermeiden, dass der eventuelle zukünftige Arbeitgeber die Bikini-Urlaubsbilder sieht. Der Datenschutz benötigt weitere Verbesserungen, und auch die Möglichkeit Personen zu blockieren, muss vereinfacht werden.

9. Warnung über fehlgeleitete Nachrichten

Es ist großartig, Nachrichten nur an eine Auswahl von Personen schicken zu können. Das System funktioniert so ähnlich wie das "Direct Messaging" bei Twitter. Doch es ist immer noch zu einfach, Nachrichten an falsche Adressaten zu senden. Man sollte zum Beispiel einen Hinweis bekommen, wenn man einen Beitrag komplett öffentlich macht und nicht nur an ausgewählte Kreise schickt.

10. Mehr Auswahl in der Benutzeroberfläche

Überraschenderweise bietet Google+ keinerlei Möglichkeiten, die Benutzeroberfläche anzupassen. Man kann weder Farben auswählen, noch den Feed in unterschiedliche Spalten einteilen oder Widgets hinzufügen. Google sollte nicht den Fehler machen und aufwendige Personalisierung wie bei MySpace anbieten, aber Variationen in der Benutzeroberfläche wären wünschenswert.

TR
 
 
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