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24. August 2010, 20:52 Uhr

Die Gretchenfrage beim elektronischen Lesen

Das Lesen von Büchern am Bildschirm wird immer mehr zum Trend. Doch statt zu reinen E-Books, greifen Konsumenten verstärkt zum iPad und anderen multifunktionalen Geräten. Bei beiden Systemen gibt es allerdings Vor- und Nachteile.

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Die Qualtität beim elektronischen Lesen unterscheidet sich von Gerät zu Gerät© Wally Santana/AP

Vor vier Jahren schlossen sich die US-Firma E Ink Corporation und der taiwanische Bildschirmhersteller Prime View International zusammen, um eine Art elektronisches Papier zu entwickeln. Ziel war es, das herkömmliche Papier als wichtigstes Medium für die Darstellung gedruckter Informationen abzulösen. Das E-Papier wird heute in 90 Prozent der Lesegeräte für elektronische Bücher (E-Book-Reader) als Oberfläche genutzt.

Der Markt der E-Book-Reader boomte zwar in den vergangenen Jahren, zu einer Revolution hat es bislang aber noch nicht gereicht. Einige Fragen bleiben noch. So ist zum Beispiel unklar, ob die Menschen wirklich bereit sind, beim Lesen vom Papier auf die neuen Lesegeräte umzusteigen. Die Reader hätten es bislang noch nicht geschafft, die Art und Weise, wie Menschen lesen, zu revolutionieren, erklärt der Analyst Michael Norris von Simba Information. Die Nutzung von E-Books schreite in den USA weit langsamer voran, als es vielfach aussehe.

Eine weitere Herausforderung für die E-Book-Reader, wie sie beispielsweise von Amazon und Sony angeboten werden, kommt von neuen Multifunktionsgeräten wie dem iPad von Apple und anderen Tablet-PCs, auf denen man auch elektronische Bücher lesen kann. Allein vom iPad, das erst vor fünf Monaten auf den Markt kam, würden in diesem Jahr wohl neun Millionen Geräte verkauft, erklärt der Forscher Chris Hung vom Institut für die Informationsindustrie. Die E-Book-Reader brauchten dafür zwei Jahre.

Von Krise bei den E-Book-Readern kann natürlich keine Rede sein. Derzeit boomt der Markt noch weiter und die Preise für die Geräte sinken, was ihre Verbreitung noch weiter steigern dürfte. Hinzu kommen technische Neuerungen wie Farb-Displays für das E-Paper. So werden 2010 vermutlich rund zehn Millionen elektronische Lesegeräte verkauft werden, wie die in Austin in Texas ansässige Firma Display Search mitteilte. Im vergangenen Jahren waren es nur vier Millionen.

Vor- und Nachteile beider Gerätearten

Der Chef des amerikanisch-taiwanischen Gemeinschaftsunternehmens E Ink Holdings, Scott Liu, blickt zuversichtlich in Zukunft. Er verweist darauf, dass man auf dem elektronischen Papier genau so liest wie auf herkömmlichen Papier. In den nächsten fünf Jahren würden sich die Lesegewohnheiten grundsätzlich verändern, sagt Liu im Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Immer mehr Menschen würden dann auf elektronischem Papier lesen.

Zur Konkurrenz durch das iPad merkt Liu an, dass der Flüssigkristall-Bildschirm bei längerem Lesen zur Ermüdung der Augen führe. Das iPad "ist faszinierend, ein Multifunktionsgerät, aber es ist nicht für stundenlanges Lesen gedacht".

Trotzdem scheinen sich viele Menschen für Tablet-PCs oder gar Smartphones zu entscheiden, wenn sie etwas elektronisch lesen wollen, weil sie mit diesen Geräten auch noch spielen und surfen können - was mit E-Book-Readern nicht geht. Dieses Manko räumt auch der Forscher Hung ein. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass der Markt groß genug ist für beide Gerätearten. "Einen Harry Potter kann man auf dem iPad nur schwer zu Ende lesen, Comics sehen dafür auf dem E-Reader nicht so gut aus", erklärte er unter Hinweis auf Stärken und Schwächen der Geräte.

AP
 
 
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