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19. Februar 2010, 12:05 Uhr

Raub mich bitte aus!

Kombiniert man moderne Handys mit einem GPS-Chip, den Statusmeldungen in sozialen Netzen und auskunftsfreudigen Nutzern, ergibt das eine Einladung für Einbrecher. Die Website "Please rob me" zeigt, wo die Gefahren der digitalen Gesellschaft lauern. Von Gerd Blank

Soziale Netze, Web 2.0, Facebook, Twitter, Foursquare, Please rob me, Sicherheit, Einbruch, Statusmeldungen

Die Website "Please rob me" zeigt anhand von Statusmeldungen, wo gerade niemand zuhause ist© pleaserobme.com

Ob Facebook, Twitter oder die Angebote der VZ-Gruppe: Soziale Netze sind zu den wichtigsten Anlaufstellen im Internet geworden. Man teilt mit vernetzten Freunden, was man gerade macht und wo man sich befindet. Doch viele Nutzer dieser Dienste sind unvorsichtig und grenzen nicht ein, wer diese Informationen mitlesen kann. So erfahren Gott und die Welt, dass man gerade auf Reisen ist oder einen Geschäftstermin in einer anderen Stadt hat. Und noch mehr: Viele Services zeigen sogar auf einer Landkarte die genauen Koordinaten des Nutzers an.

Ein gefundenes Fressen für Kriminelle, denn so erfährt ein Dieb, wo Wohnungen und Häuser möglicherweise leerstehen. Wer böse Absichten hat, freut sich besonders über die detaillierten Infos bei "Foursquare". Ohne besonderes Zutun ermittelt der Service den genauen Aufenthaltsort des Nutzers und postet "left home", wenn das Haus verlassen wurde und "checked in", wenn ein spezieller Ort erreicht wurde.

Die Website "Please Rob Me" filtert die Einträge in sozialen Netzen wie Foursquare und Twitter, um genau diese An- und Abwesenheitsinformationen aufzulisten. "Listet all die leeren Häuser da draußen auf" steht auf der Seite - unterhalb eines gezeichneten Ganoven. Im Sekundentakt erscheinen "neue Möglichkeiten" für Diebe - inklusive direktem Link zu einer Landkarte, auf der die genaue Position des Posters zu sehen ist.

Die Macher der Site wollen natürlich nicht zu Einbruch und Diebstahl aufrufen, sondern zeigen eindrucksvoll, wie leichtfertig der Umgang mit persönlichen Daten ist. So praktisch die Nutzung von ortsbasierten Diensten auch sein mag - wer zu viel von sich preisgibt, muss sich nicht über die Konsequenzen wundern. So bleibt beim Besuch der Seite, nachdem man sich zuerst über die Dummheit vieler Nutzer amüsiert hat, ein großes Unbehagen. Denn je mehr man die praktischen Webdienste nutzt, desto weniger ist man Herr über seine eigenen Daten. Und das lockt dann vielleicht wirklich Kriminelle an.

Von Gerd Blank
 
 
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