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5. Dezember 2003, 17:16 Uhr

E-Mail für dich, Genosse

Langsam, ganz langsam bröckeln auch in Nordkorea die Cyber-Grenzen. Eine dort ansässige Firma bietet jetzt einen internationalen E-Mail-Dienst an. Zu dumm, dass kaum jemand Zugang zu Computern hat.

Auch Staatschef Kim Jong Il soll ein begeisterter Internet-Surfer sein© Korea News Service/ AP

Das international isolierte Nordkorea öffnet sich ganz allmählich dem Internet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA (Korean Central News Agency)berichtete, bietet jetzt eine nordkoreanische Firma einen internationalen E-Mail-Dienst an, der "die Privatsphäre bei der Korrespondenz garantiert". Nur sehr wenige Nordkoreaner verfügen überhaupt über einen Zugang zu Computer oder Telefon, die 22 Millionen Einwohner werden nach Möglichkeit von Einflüssen von außen abgeschirmt. Doch langsam bröckeln die elektronischen Grenzen: Seit 2001 gibt es bereits ein kommerzielles E-Mail-Angebot von einer in China ansässigen Firma.

Gerüchte erzählen von einem Internet-Cafe

In der Hauptstadt Pjöngjang soll es ausländischen Besuchern zufolge jetzt ein Internet-Cafe geben. Touristen und Geschäftsleute dürfen zwar ihre Computer mit dem weltweite Telefonnetz verbinden, doch internationale Telefonleitungen, über die Besucher ins Internet gehen können, gibt es nur in wenigen Hotels in Pjöngjang. Fernseh- und Radiogeräte werden in Nordkorea mit voreingestellten Sendern ausgeliefert, mit denen sich nur staatliche Medien empfangen lassen.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il soll die Vorzüge des Internets durchaus zu schätzen wissen und ausländische Staatsgäste auch schon um ihre E-Mail-Adresse gebeten haben. Computertechnologie sei sehr wichtig, betont er. Dennoch betrachtet man die vorsichtige Öffnung Nordkoreas in Südkorea mit Argwohn. Südkoreaner dürfen nur mit Erlaubnis der Regierung E-Mails mit Nordkoreanern austauschen. 2001 wurden sechs Südkoreaner festgenommen, die mit nordkoreanischen Beamten E-Mails ausgetauscht hatten.

 
 
 
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