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20. April 2010, 08:38 Uhr

Kommt ein iPhone-Prototyp in die Bar ...

Ob das seinem Chef Steve Jobs gefällt? Ein Apple-Mitarbeiter testet das neue, noch geheime iPhone der vierten Generation und vergisst das Gerät in einer Bar. Tech-Blogs spüren es auf. Apple fordert das Gerät zurück. Und Jobs' Mitarbeiter wird zum Web-Star.

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Apple-Chef Steve Jobs stellt das iPhone-Betriebssystem OS 4 vor. Die vierte Generation des Gerätes sollte eigentlich noch nicht an die Öffentlichkeit gelangen

Ob Apple-Entwickler Gray Powell noch einmal das "Gourmet Haus Staudt" besuchen wird? Die Erinnerungen an die Bar in der kalifornischen Ortschaft Redwood City bei San Jose dürften jedenfalls nicht die besten sein - falls bei Powell überhaupt noch allzu viel haften blieb von dem Abend, als er im "Haus Staudt" Apples neueste Entwicklung liegen ließ: das iPhone der vierten Generation, das bislang geheim gehalten wurde. Ein anderer Gast fand das Gerät - und schwupps geriet es in die Hände derer, die sich besonders gierig auf neue Gadgets stürzen: die Tech-Blogs. In diesem Fall veröffentlichten gizmodo.com und engadget.com Fotos des neuen Geräts und stellten neue Funktionen vor.

Den Bloggern zufolge hat das für Juni erwartete iPhone der vierten Generation ein klareres Display, eine längere Batterielaufzeit und eine zusätzliche Kamera für Videokonferenzen. Das Gerät ist ähnlich geformt wie die Vorgängermodelle, aber etwas schlanker. Das Testgerät zeigt nicht an, über welche Speicherkapazität es verfügt - stattdessen steht auf der Rückseite als Platzhalter der Vermerk: "XXGB".

Apple hat bisher keine öffentliche Stellungnahme zu dem Fall abgegeben. Insider berichten, dass firmenintern der Prototyp als "gestohlen" angesehen wird. Der Besitzer von Gizmodo, Gawker Media, hat laut "New York Times" zugegeben, für das Fundstück 5000 US-Dollar an den angeblichen Finder - nicht den Apple-Mitarbeiter - bezahlt zu haben. Ob dieser Vorgang illegal gewesen sein könnte, wird zurzeit in einigen US-Blogs diskutiert. Laut kalifornischem Gesetz (§ 2080) ist jeder verpflichtet zu versuchen, den Besitzer zu informieren und das Fundstück zurückzugeben. Verkauft man ein gefundenes Gut weiter, werde es kompliziert, schreibt Charles Arthur auf guardian.co.uk. Der Gadget-Blog könne sich des Ankaufs eines gestohlenen Guts schuldig gemacht haben

Gizmodo hat inzwischen offensichtlich einen Brief von Apples Chefjuristen erhalten, in dem das Unternehmen um die Rückgabe des Geräts bittet. Die Gadget-Blogger betrachten das Schreiben als einen weiteren entscheidender Hinweis, dass sie tatsächlich das nächste iPhone vor sich liegen haben. Gizmodo wird den angeblichen Prototyp zurückgeben, heißt es in dem Blog weiter. Gerüchten zufolge gab es außerdem ein Telefonat zwischen Apple-Chef Steve Jobs und dem Gizmodo-Chefredakteur.

So gibt es weniger Zweifel daran, ob das Gerät, das die Technik-Blogger gesehen haben, tatsächlich das iPhone 4G sein könnte. Doch ob die Geschichte mit dem vergesslichen Mitarbeiter in einer Bar wirklich die ganze Wahrheit ist, darüber wird viel diskutiert. Vielleicht handelt es sich um eine geschickte PR-Maßnahme von Apple? Oder um eine Art Marktforschung? Die IT-Nachrichtenseite Cnet spekuliert, dass Apple auf diesem Weg Reaktionen der Fans auf die neuen iPhone-Features einholen könnte. Denn wenn Apple mit einer Veröffentlichung wirklich nicht einverstanden sei, so Cnet weiter, hagele es sofort Unterlassungserklärungen. Das ist in diesem Fall bisher nicht geschehen. Die "New York Times" hingegen zitiert den Silicon-Valley-Experten Paul Saffo, der aufgrund der traditionellen Geheimniskrämerei bei Apple einen PR-Coup dieser Art für sehr unwahrscheinlich hält.

Verlierer wird im Netz ein Star

Gray Powell jedenfalls ist innerhalb von Stunden zum Star geworden. Auf Facebook gibt es drei öffentliche Seiten unter seinem Namen (unter anderen "Drunk Gray Powell"), auf denen reichlich gekalauert wird. So fragt der angebliche Gray Powell, ob Microsoft eigentlich neue Leute brauche. Hätte Gizmodo doch wenigstens ihm 10.000 Dollar für den Fund gezahlt und nicht irgendeinem "glücklichen Betrunkenen". Der vermeintliche Gray Powell hat binnen sechs Stunden mehr als 1000 Fans gewonnen. Sogar ein T-Shirt gibt es in einem Webshop zu kaufen. Der Aufdruck lautet: "Ich ging trinken mit Gray Powell, und alles was ich dafür bekam, war ein lausiger iPhone-Prototyp".

APN/san
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
kabelmann (21.04.2010, 08:02 Uhr)
hach ja
Virales Marketing nennt sich das @Stern

Da muss man die schelcht bezahlten Redakteure nicht auf irgendwelchen Pressekonferenzen durchfüttern, sondern bringt sie dazu, die Nachricht für lau rauszuhauen. Hat bei euch ja mal wieder gut geklappt
SFO09 (21.04.2010, 07:53 Uhr)
Genie = Apple/Steve Jobs Apple/Steve Jobs=Genie
ich stimmte einigen Vorrednern absolut zu. Diese Geschichte ist so dermassen an den Haaren herbeigezogen und die Wahrheit ist sicherlich eine ganz andere.
Ich denke gerade bei Apple in CA sind die Sicherheitsvorkehrungen enorm, jeder Laborbereich wird mit einer seperaten Key Card ausschliesslich betreten - und *WARUM* in Gottes Namen sollte ein enzelner Mitarbeiter den "Auftrag" haben das Handy ausserhalb der Fa. zu "testen"!
Das war mal wieder ein genialer Schachzug von Apple, die sich dadurch die noetige PR und den daraus resultierenden Hype hervorgezaubert haben und dass ohne nur einen Cent in die PR inverstiert zu haben!!

UNd mal ganz ehrlich,..Apple Produkte glaenzen meistens durch individuelles Design, sind aber technisch nicht wirklich die Vorreiter im Grossen und Ganzen.

Habe das IPad vor ein paar Wochen in SF getestet, ist sensationell auf den ersten Blick, aber auf den zweiten Blick merkt man schon das sehr viel fehlt.
Kein (!!!!!!) USB Slot, somit kein Drucker, Scanner etc, Skype Video Telefonie !? Nicht wirklich, da keine Cam vorhanden und durch fehlendem USB-Slot auch nicht nachruestbar, mehrere Aps/Programme oeffnen zur gleichen Zeit !? Auch Fehlanzeige.
Microsoft hat vor einigen Jahren schon ein "Table-PC" auf den Markt gebracht und kein Hahn kraehte danach, Apple kam, sah und siegte, und das sicherlich mit einbem technisch weitaus schlechteren Produkt.

Hoch Lebe die Marketingstrategie ;-)
iosono (20.04.2010, 14:18 Uhr)
iHirn
mein iHirn brauche ich ja nicht mehr bei der heutigen ''Informationsgesellschaft''-deshalb kostengünstig abzugeben.demnächst bei ebay.
Print ist tod-screne hat recht.
scheibes kolumne ist an peinlichkeit nicht zu übertreffen,die reinste werbepropaganda.
ps:ich habe einen macbook pro-bin also kein apple-hasser,aber diese anbetung geht mir einfach zu weit und gehörig auf die nerven.
Santo Subito Steve Jobs!!!-oder was?
marihuhna (20.04.2010, 11:55 Uhr)
AUA
Und wieder ist das ganze Web dem Guerilla Marketing vom angebissenen Apfel auf den Leim gegangen. Köstlich. Nur mit fundiertem Journalismus hat Nachpublizieren von kostenfreier Werbung nun wirklich nichts zu tun. Und was soll dieses 4G Geschwurbel? Iphone 4G, was ein Schwachsinn. Ich glaube kaum das es LTE oder WiMAX unterstützen wird, erst dann wäre 4G gerechtfertigt. Bei neuer Technologie ist Apple eh so gut wie immer der letzte. Siehe EDGE/Bluetooth im Iphone oder die nur theoretische Unterstützung von HSDPA im Iphone 3G/3GS.
screne (20.04.2010, 10:28 Uhr)
Print ist tot
Mal etwas OT: Die Verleger wundern sich also, warum Print geldmäßig so abstinkt im Vergleich zum Web. Sie wettern gegen Google und die "Kostenlosmentalität" der Leser. Dabei sollten sich die Verleger mal selbst an die Nase fassen und endlich die kostenlose Werbung, die sie ständig für Apple machen, einstellen. SPIEGEL online ist ja beleibe nicht das einzige "Blatt", das den Hype um Apple ständig neu anfacht. BILD macht es, Stern ebenfalls und andere auch. Und wieviel Werbung macht Apple für seine Produkte? Richtig, nicht allzuviel. Selbst schuld, ich habe kein Mitleid.
atticus (20.04.2010, 10:10 Uhr)
Glaubt denn wirklich einer,
der hätte das Telefon dort "zufällig" vergessen? Und landet es auf wundersame Weise auch direktamente bei den Tech-Bloggern?
iosono (20.04.2010, 09:56 Uhr)
alles lüge
das hat der doch mit voller absicht vergessen.
marketing mady by apple.
hat das 4G keine App ,wo das iphone ''ein signal'' sendet wenn der besitzer sich zu weit von ihm entfernt? -)
vielleicht gibt es dann beim 5G nach diesem ''unfall''.......
pahi (20.04.2010, 09:46 Uhr)
Alles geklärt
Mehr dazu und Apple Reaktionen auf http://www.maclife.de/iphone-ipod/iphone/apple-bestaetigt-echtheit-des-iphone-prototyps

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