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So helfen Sie Ihrem Kind beim Lernen

Wenn Ihr Kind sich oft mit den Hausaufgaben quält, haben Sie vielleicht einfach noch nicht die passende Methode gefunden. Hören, sehen, anfassen - leichteres Lernen ist keine Zauberei.

Von Jessica Wagener

  Mit dem passenden Ansatz lässt sich der Lernstress bei Hausaufgaben und Testvorbereitung minimieren.

Mit dem passenden Ansatz lässt sich der Lernstress bei Hausaufgaben und Testvorbereitung minimieren.

Büffeln bis die Trotztränen fließen - nicht selten geraten Hausaufgaben zur Nervenprobe für Eltern und Kinder. Doch die Eskalation am Schreibtisch lässt sich eindämmen. Denn wenn Ihr Sprössling sich mit dem Lernen schwertut, könnte es am falschen Ansatz liegen: Nicht jedes Kind lernt auf die gleiche Weise.

Die Autorin und Lehrerin Ruth Meinhart, 46, beschäftigt sich mit der Optimierung von Lernmethoden und teilt dabei in drei Typen ein: den visuellen, auditiven und den kinästhetischen. Ersterer lernt am Besten über das Sehen, der zweite über das Hören und letzterer übers Anfassen und Berühren.

Wie man der bevorzugten Lernmethode seines Kindes näherkommen kann, erklärt Ruth Meinhart so: "Sieht es sich Dinge genau an? Verwendet es visuelle Sätze, um Aufmerksamkeit zu bekommen - 'Guck mal, Mama!'? Hört es genau zu und fragt nach, ist es viel im Gespräch, hört es gern CDs? Benutzt es auditive Sätze - 'Hör mal, Mama!'? Ist es oft in Bewegung, fasst es Dinge an oder spielt beim Lernen? Benutzt es kinästhetische Sätze, um Aufmerksamkeit zu bekommen - 'Mach mal, Mama!'?" Dabei sind die Lerntypen immer gemischt, sagt Ruth Meinhart. "Niemand ist nur visuell, auditiv oder kinästhetisch."

Schulen unterrichten zu einseitig

Die Schulen richten sich laut Meinhart kaum nach den Bedürfnissen der Kinder: "Es wird noch immer zu stark frontal von Lehrer zu Schülern unterrichtet, anstatt sich gemeinsam mit einer Aufgabe auseinanderzusetzen. Das mehrkanalige Unterrichten mit allen Sinnen - über Bilder, Gespräch und Mitmachen - kommt zu kurz." Immer mehr Stoff, immer weniger Zeit. "In den letzten Jahren ist die Menge an abrufbarem Wissen enorm gewachsen. Die Schule glaubt immer noch, dass man das alles auswendig können musst. Dem ist nicht so. Weniger Inhalte und dafür mehr Strategien, was man mit dem vorhandenen Wissen und dem Wissen aus neuen Medien machen kann, sind gefragt", so Ruth Meinhart.

Bis Schule sich grundlegend ändert, wird es noch dauern. Zu Hause jedoch kann man das Lernen anpassen.

Diese Tipps helfen Ihrem Kind:

Finden Sie die Lernvorlieben heraus.

Da jeder Mensch und damit auch jedes Kind einen anderen Zugang zum Lernen hat, kann man mit der passenden Art der Vermittlung einiges erleichtern. "Visuelle Kinder mögen es, Wissen über Bilder - aus Büchern, Arbeitsblättern - gezeigt zu bekommen. Auditive Kinder lieben das Gespräch und werden gern abgefragt. Kinästhetische Kinder brauchen Bewegung, um sich besser konzentrieren zu können. Sie wackeln mit dem Fuß oder Stift und brauchen haptisches Material." Wer genau wissen will, zu welchem Lerntyp sein Kind gehört, kann hier einen Fragebogen herunterladen.

Stellen Sie eigene Vorbehalte zurück.

Sie haben ein bestimmtes Fach in Ihrer eigenen Schulzeit gehasst? Vergessen Sie's. "Sorgen der Eltern übertragen sich gern als Angst aufs Kind. Hat eine Mutter während ihrer Schulzeit Schwierigkeiten mit Mathematik gehabt, kann das Kind das Unbehagen spüren und übernimmt diese zum Teil."

Konzentrieren Sie sich auf Stärken.

Nicht jedes Kind kann alles gleich gut. Heben Sie positive Leistungen hervor - das motiviert. Ruth Meinhart: "Die Schule ist leider extrem defizitorientiert und bewertet Fehler. Wenn man dem Kind zu Hause auch noch alles vor Augen führt, was es nicht kann, ist das enorm demotivierend."

Machen Sie's kurz.

Unangenehme, schwere Aufgaben gehen leichter, wenn man sie in kleine Schritte aufteilt - das ist bei Kindern nicht anders als bei Erwachsenen. "Dinge, die nicht klappen, sollte man in kurzen Einheiten lernen. Faustregel: Lebensalter in Minuten. Diese Zeit genügt pro Tag, um sich zum Beispiel mit den noch nicht gelernten Aufgaben des Einmaleins zu beschäftigen", so Meinhart. Also lieber kleinen Sprints als Mathe-Marathon.

Schrauben Sie Ihre Erwartungen runter.

Kinder entdecken das Leben Stück für Stück, haben noch viel Zeit sich zu entwickeln. Wer sie schon von Anfang an zu sehr pusht, tut damit nichts Gutes. "Lieben Sie Ihr Kind so, wie es ist. Sehen Sie in Noten nur eine Momentaufnahme einer Leistung an einem bestimmten Tag. Eine Vier in einem Diktat in der zweiten Klasse bringt das Abitur nicht in Gefahr."

Lassen Sie Fehler zu.

Wer lebt und lernt, der liegt auch mal daneben. Das ist Teil des Prozesses und vollkommen in Ordnung. So sieht es auch Ruth Meinhart: "Leben Sie vor, dass auch Sie Fehler machen. Und dass es nicht wichtig ist, keine zu machen - sondern zu lernen, wie man mit ihnen umgeht."

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