Trockene Luft
Sind Luftbefeuchter für Heizungen die beste Lösung fürs Raumklima?

Moderner Luftbefeuchter auf dem Tisch im Wohnzimmer.
Eine deutlich effizientere Methode, um das Raumklima zu verbessern und die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist das Befeuchten der Raumluft mit technischen Hilfsmitteln. 
© Liudmila Chernetska / Getty Images
Das trockene Klima in stark beheizten Räumen schadet Schleimhäuten und Mobiliar. Luftbefeuchter für die Heizung versprechen Abhilfe, sind aber nicht immer die ideale Wahl.

In den Wintermonaten haben Luftbefeuchter für Heizungen Hochkonjunktur. Die mit Wasser gefüllten Gefäße sind günstig in der Anschaffung und einfach in der Handhabung. Deshalb sind sie für viele Menschen die erste Wahl, um der trockenen Heizungsluft und deren Folgen entgegenzuwirken. Zu denen gehören etwa brennende Schleimhäute und juckende Augen, aber auch Schäden an empfindlichen Holz- und Ledermöbeln.

Luftbefeuchter für Heizungen: Schwache Verdunstungsleistung

Allerdings ist die Verdunstungsleistung klassischer Luftbefeuchter im Vergleich zu komplexeren und meist etwas teureren Lösungen eher gering. Zudem besteht bei mangelnder Pflege der Gefäße die Gefahr von Keimbildung. Eine deutlich effizientere Methode, um das Raumklima zu verbessern und die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist das Befeuchten der Raumluft mit technischen Hilfsmitteln. Die nutzen unterschiedliche Verfahren, um das Wasser in der Raumluft zu verteilen. Jedes hat seine Vor- und Nachteile.

Luftfeuchtigkeit durch heißen Dampf erhöhen

Eine der hygienischsten und effizientesten Alternativen zum herkömmlichen Luftbefeuchter für Heizungen ist die Verwendung eines Verdampfers. Der bringt Wasser über einen Tauchsieder zum Kochen, der aufsteigende Dampf verteilt sich in der Raumluft. Durch die Erhitzung wird die Keimbildung unterbunden. Dabei sollte das Gerät unbedingt über eine Regulierungsfunktion für die Dampfabgabe verfügen, um eine Überfeuchtung des Raumes zu vermeiden. Sonst droht im schlimmsten Fall die Bildung von Schimmel und Stockflecken.

Der Nachteil eines Verdampfers ist der vergleichsweise hohe Stromverbrauch. Zudem ist beim Umgang mit heißem Dampf Vorsicht geboten. Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern ist das Risiko von Verbrühungsunfällen groß. Effizienter und risikoärmer ist der Einsatz von Zerstäubern oder Neblern. Die arbeiten mit Ultraschall anstelle von Hitze und produzieren kalten Nebel durch mechanische Schwingungen.

Nebler als dekorativer Luftbefeuchter

Im Zusammenspiel mit Lichteffekten lassen sich diese Geräte sogar als stimmungsvolle Raumdekoration nutzen. Allerdings: Auch bei diesen Modellen besteht das Risiko von Keimbildung. Mischen sich Bakterien und Pilze in das zerstäubte Wasser, können die erzeugten Aerosole tief in die Lunge eindringen und Krankheiten verursachen. Eine regelmäßige Reinigung ist daher enorm wichtig.

Weiterer Nachteil: Der kalte Nebel senkt bei längerer Nutzung die Raumtemperatur, sodass eventuell erhöhte Heizkosten anfallen. Manche Geräte kombinieren auch das Funktionsprinzip von heißem Verdampfer und kaltem Zerstäuber.

Teuer aber effektiv: Verdunster

Die effektivste und sicherste Methode, das Raumklima zu regulieren und die Luftfeuchtigkeit auf einen idealen Wert zu bringen, ist gleichzeitig auch die teuerste. Sogenannte Verdunster verbrauchen wenig Strom, reichern die Luft auf natürliche Weise mit Feuchtigkeit an, ohne Nebel oder Dampf zu erzeugen und reinigen diese dabei auch noch. Je nach Größe und Ausstattung werden hier aber schnell mal dreistellige Beträge fällig. Dafür lassen sich die Geräte einfach reinigen und lange nutzen.

Auch Hausmittel können helfen

Egal, mit welcher Methode Sie die Luft in Ihren Räumen auf Vodermann bringen, wichtig ist immer die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit, am besten mit einem Hygrometer. Der ideale Wert liegt für Wohnräume zwischen 40 und 60 Prozent. Tipp: Wenn Sie nur gelegentlich mit trockener Raumluft zu tun haben, ist der Kauf von Gerätschaften nicht zwingend nötig. Für kleinere Räume tun es auch Hausmittel wie ein feuchtes Handtuch oder eine Müslischüssel mit Wasser auf dem Heizkörper.

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