
Beim Tanzen werden die Knochen vielfältiger belastet und damit auch umso resistenter© Colourbox
"Tanzen ist der perfekte Sport bei Osteoporose", sagt Johannes Pfeilschifter, Professor für Innere Medizin am Alfried-Krupp-Krankenhaus in Essen. Er schwärmt von den Drehungen, den Aufs und Abs und den unterschiedlichen Fußstellungen, die das Tanzen zu einem Kraft- und Koordinationstraining mit geringer Verletzungsgefahr machen. Zu Pfeilschifter kommen Menschen mit Knochenbrüchen, zum Beispiel im Oberschenkel oder in den Rückenwirbeln. Ihr Skelett war zu schwach, um den Alltagsbelastungen standzuhalten. Doch nach der Reha schickt Pfeilschifter seine Patienten gern aufs Parkett.
In Deutschland sollen bis zu sieben Millionen Menschen unter Osteoporose leiden. Lange dachte man, es treffe vor allem Frauen, doch inzwischen ist jeder fünfte Osteoporosepatient ein Mann. In verschiedenen Studien wurde nachgewiesen, dass vor allem Bewegungsmangel zu dieser Krankheit führt.
"Durch körperliche Aktivität lassen sich die meisten Knochen kräftigen", sagt Pfeilschifter. Und zwar auch dann noch, wenn bereits Osteoporose diagnostiziert wurde. Denn das Skelett sei "wahnsinnig dynamisch" und ständig im Umbau begriffen. Bis ins hohe Alter könne man diesen Prozess mit dem richtigen Training positiv beeinflussen. Pfeilschifter: "Je vielfältiger man einen Knochen belastet, umso resistenter wird er."
Wer also nur geht, schwimmt oder joggt, ist nicht gegen Osteoporose gefeit. Sinnvoll sind Sportarten mit einem hohen Kraft- und Koordinationsanteil - so wie Tanzen. "Dabei wird fast bei jedem Schritt eine andere Partie des Körpers belastet", sagt Pfeilschifter. Darauf reagieren die sogenannten Osteozyten in den Knochen: Sie weisen dann die entsprechenden Zellen an, den Knochen an den belasteten Stellen zu verstärken. Ergebnis: Anders als bei einem Marathonläufer, dessen Oberschenkelknochen nur vorn und hinten kräftig sind, haben Tänzer einen rundum verstärkten Oberschenkelknochen.
Übernommen aus ...
Ausgabe 06/2011
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