11. März 2013, 14:04 Uhr

Alles andere als eine Jugendbewegung

Zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr geht's los. Allmählich verlässt junge Leute der Bewegungsdrang der ersten Jahre - bei den meisten für immer. Deutschlands Jugendliche sind wahre Bewegungsmuffel.

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Immer in Bewegung - für den weit überwiegenden Teil der deutschen Jugendlichen gilt das nicht©

Mehr als 80 Prozent der deutschen Jugendlichen bewegen sich zu wenig. Vor allem zwischen dem elften und 15. Lebensjahr steigt der Anteil der Bewegungsmuffel drastisch, wie eine am Montag veröffentlichte Studie von Forschern der Universität Bielefeld zeigt. Demnach bewegen sich bei den Elfjährigen noch jeder vierte Junge (rund 25 Prozent) und jedes fünfte Mädchen (rund 20 Prozent) ausreichend. Bei den 15-Jährigen sind es nur noch 13,6 Prozent der Jungen und 8,6 Prozent der Mädchen.

Die Untersuchung ist Teil einer umfassenden Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Gesundheitsverhalten von Schulkindern in rund 40 Ländern. Laut internationalen Empfehlungen sollten sich Jugendliche täglich 60 Minuten so bewegen, dass der Pulsschlag erhöht ist und sie ins Schwitzen kommen. "Nur ein geringer Teil der deutschen Jugendlichen erreicht diesen Schwellenwert", erklärte die Bielefelder Gesundheitswissenschaftlerin Petra Kolip.

Mädchen sind besonders bewegungsfaul

Dabei zeigen sich laut Studie deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während 20 Prozent der Jungen über alle Altersgruppen hinweg sich ausreichend bewegen, trifft dies nur für 14 Prozent der Mädchen zu. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland damit zu den Schlusslichtern. Auch beim Sport gibt es deutliche Geschlechtsunterschiede. Während immerhin 38 Prozent der 11- bis 15-jährigen Jungen mindestens vier Stunden in der Woche Sport treiben, sind es bei den Mädchen nur 25 Prozent.

Zwar hat sich das Bewegungsverhalten den Forschern zufolge in den vergangenen zwölf Jahren tendenziell leicht verbessert, Geschlechterunterschiede gebe es aber nach wie vor. Die Bielefelder Forscher forderten deshalb eine geschlechterspezifische Bewegungsförderung. Dabei müssten "die unterschiedlichen Bewegungsmotive und Vorlieben von Mädchen und Jungen" berücksichtigt werden.

dho/AFP
 
 
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