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Seit dem 1. April fallen größere Packungen des Schmerzmittels Paracetamol unter die Verschreibungspflicht. Eine zu hohe Dosis des Medikaments kann die Leber schädigen. Auch Johanniskraut-Präparate gegen mittelschwere Depressionen gibt es nur noch auf Rezept.
Wenn ein Kind hustet oder niest, greifen viele Eltern zu freiverkäuflichen Medikamenten. Australische Forscher warnen, dass die Mittel zu leichtfertig verabreicht und oft falsch dosiert werden. Das kann der Gesundheit des Kindes schaden.
Bei Kopfschmerzen ist die Gefahr groß, schnell zur Pille zu greifen, denn es sind viele freiverkäufliche Schmerzmittel auf dem Markt. Prüfen Sie auch, was der Arzt verschreibt. Hier finden Sie eine Schmerzmittelliste - samt erwünschter und unerwünschter Wirkungen.
Asthma, allergischer Schnupfen, Hautausschläge - eine neue Studie legt nahe, dass paracetamolhaltige Medikamente für Kinder Allergien begünstigen. Während sich Hersteller und Apotheker gelassen geben, warnen Ärzte vor dem leichtsinnigen Umgang mit dem Alltagsmedikament.
Babys, die das Schmerzmittel Paracetamol bekommen, erkranken später häufiger an Asthma, allergischem Schnupfen und Hautausschlägen. So das Ergebnis einer großen Studie. Bei regelmäßiger, hoher Dosierung ist das Risiko sogar dreimal so hoch.
Gegen Erkältung und Grippe hilft kein Medikament. Arzneien können nur die Symptome lindern: das Fieber senken, die Schmerzen zurückdrängen.
Das populäre Schmerzmittel Paracetamol ist in den USA mittlerweile die Hauptursache für akutes Leberversagen. Dabei sei fast die Hälfte aller Fälle auf eine unbeabsichtigte Überdosierung zurückzuführen.
Wer verreist, muss auf vieles achten: besonders auf seine Gesundheit. Stiftung Warentest gibt Tipps, was in die Reiseapotheke gehört.
Grünzeug oder Chemie - Sie haben die Wahl: Gegen Rückenschmerzen werden allerlei Medikamente angeboten, zum Schlucken, Eincremen oder im Pflasterpack. Doch nicht jedes Mittel ist für jede Qual geeignet.
Fortbildung ist wichtig, so sagt man. Eigentlich ist nur eines wichtiger, die Bildung an sich, ohne "fort", die Grundlage quasi für das "Weiter". Willkommen also in der phantastischen Welt der Aus- und Weiterbildung, oder, wie wir personal trainer sagen: Dem Coaching, Training, Teaching, Skilling, Staffing in Seminars, Work Shops, Lessons, Exercises und Courses. (OK, eine Weiterbildung im englischsprachigen Raum zu besuchen und sich dann über die vielen Anglizismen zu beschweren, ist zugegeben etwas hypocrite). Rahmenbedingungen: Ein großer internationaler Geldgeber hat wiederholt feststellen müssen, daß die Finanzberichte, die er von manchen seinen sierra leonischen Empfängerorganisationen erhält, höflich gesagt, unter aller Sau sind. Aus diesem Grund wurden alle Finanzler dieser Looser-NGOs zu einem Seminar gezwungen, bei dem sie die Grundrechenarten, den Dreisatz und das ABC lernen sollten. Ich war auch dabei. Nicht, daß meine Organisation ihre Finanzen nicht im Griff hätte, sondern, weil ich schon immer einmal wissen wollte, was Finanzbuchhaltung eigentlich ist, und der Seminartitel „Taking the Fear out of Finance“ mir als Pragmatiker und doch Intellektueller geradezu ins Auge sprang. Um eines vorweg zu nehmen: Das Seminar hielt, was es versprach, die Saloneans haben einmal mehr unter Beweis gestellt, was für ein ausnehmend nettes und mitfühlendes Völkchen sie sind, es wurden jede Menge Post-Its, Eddings und A2-Präsentations-Blätter verbraucht, und es ist schier unglaublich, was für Broten in diesem Land Finanzen anvertraut werden. Das Seminar fand in einem von Freetowns Top-Hotels statt, und hier muß man einige semantische Vorsicht walten lassen, denn „Top-Hotel“ meint „top“ im Sinne von „Preis“ ist, und nicht im Sinne von „gut“ oder „ultra-komfortabel“. Da es in diesem Land 10 hoch 4 bis 5 seminargeile NGO-Mitarbeiter gibt, aber nur zehn Hotels ausgestattet sind mit etwas, das sich als Konferenzraum bezeichnen lassen kann, können sich diese raren Fazilitäten preislich wirklich alles herausnehmen. Hinzu kommt mein nicht wirklich unbegründeter Verdacht, daß sowieso alle Hotels in der Hand von a) einem einzigen Regierungsmitglied, b) einem einzigen britischen Investor, c) einer einzigen libanesischen Familie sind. Und dann sind da ja noch so tolle Organisationen wie „Safe the poor Children WORLDWIDE“, „Safe the real poor Children WORLDWIDE“, “Safe the real poor cute African Children WORLDWIDE†und der ganze UNO-Zirkus, die so unglaublich viel Kapital in Ihren Budgetlinien (gerade erst gelernt!) für Training haben, daß sie einfach für alles, was nach Seminar aussieht, prinzipiell das Doppelte hinlegen, zum Beispiel weil in New York nicht viele wissen, daß ein „Würstchen im Schlafrock“ für 10,000 Leone tatsächlich bloß 2 Dollar fuffzich kostet, 10.000 Leone tatsächlich aber auch in etwa dem Tageslohn eines Lehrers hier entsprechen, und man mithin mit einer Platte Schnittchen oder dem Käse-Igel mit Salatblättern etwas naiv gerechnet eine mittlere Realschule für zwei Monate am unterrichten lassen kann. Die ganze Chose wäre ja moralisch um einiges unbedenklicher, wenn die ganzen Einkünfte solidarisch unter Belegschaft, Kolchose oder zumindest Vater Staat aufgeteilt werden würden, aber das bezweifle ich an dieser Stelle doch stark, und die Angestellten bekommen den selben Hungerlohn wie jeder andere in diesem (nicht nur) arbeitsrechtlich geschundenen Land. Na, da sind wir wieder beim hypocrit, schließlich war unsereins ja auch stolzer Seminarist und hat obigem Igel so manchen Stachel entrissen. Ich will auch nicht das Gefühl aufkommen lassen, daß mein Seminar nicht gut war, im Gegenteil, das war, am Publikum gemessen, das Sinnvollste, was man sich überhaupt vorstellen kann, und, und das ist wichtig wichtig wichtig, die Menschen hier brauchen Bildung Bildung Bildung, und in so einem Seminar wird sie optimal vermittelt. Trotzdem verleitet einen der pure Neid zu Hasstiraden gegen die vielen anderen Seminare, die man eben NICHT selber besucht hat; das alleine macht sie ja schon nutzlos. Es ist ja nun mal so, daß man sich bei manchen NGOs wirklich fragt, WAS sie überhaupt machen, außer mit großen weißen Geländewagen durchs Städtchen zu fahren, oder in den Supermarkt. Gott bewahre, ich will hier keine Namen nennen, aber so lange ich nicht selber einen großen weißen Geländewagen zum an-den-Strand-ein-Bier-zischen-fahren habe, werd ich meckern, jawohl. Der Seminarbeginn ist afrikatypisch für 8 bis 8.30 Uhr angesetzt und findet dann tatsächlich gegen 9 Uhr statt. Stopp. Bevor mir hier jetzt irgendjemand unglaublicherweise einen Stereotyp nachweisen will: Es ist wirklich so. Das liegt nicht daran, daß der Afrikaner an sich ein unpünktlicher Mensch ist, sondern schlichtweg daran, daß man in dieser Stadt einfach nicht voraussagen kann, wie lange man von Punkt A (Bett) zu Punkt B (Seminar) braucht. Diese Formel hängt von so unglaublich vielen Faktoren ab (Bus finden, Taxi Finden, Motorrad finden, Stau, Polizeikontrolle, Stau, Unfall, Stau, Straße weg, Stau, Verfahren, Reifenpanne, Hotel nicht gefunden, etc, pp.), daß der Zeitrahmen einer möglichen Ankunft am Zielort mindestens eine Stunde breit ist, wenn nicht mehr, und das gilt für alle Rassen, Stämme, Geschlechter und Steuerklassen (außer denen mit den weißen Geländewagen vielleicht). Wenn jemand in Deutschland zu spät kommt, mit der Entschuldigung „Sorry, stand im Stau wegen des schrecklichen Unfalls da im Westen, und dann ist dem Bus der Reifen geplatzt und dann die Achse gebrochen und dann haben wir uns überschlagen, die letzten zehn Kilometer bin ich zu Fuß gegangen“, dann wird er aber mal ganz höflich zum Herrn Direktor zitiert, oder zum Oberstufenleiter, ob er denn noch alle Sitze im Podapoda hat, um diesen Sarkasmus hier in unserer Sunshine-Company an den Tag zu legen. In Sierra Leone zuckt man mit der Achsel und/oder klopft sich auf die Schulter, daß man diesmal Glück gehabt hat mit dem Transport und wartet auf den nächsten Zuspätkommer. Unsere Referentin Polly war eine dünne, brünette Engländerin unbestimmbaren Alters, deren Haut verschiedenste Farbnuancen annehmen konnte, die allesamt irgendwie fahl aussahen und niemals wirklich gesund. Ich vermutete, daß dies das Resultat von 30 Jahren Dauerbeschuß afrikanischer Sonne auf Weißbrothaut war und machte mir in meinem Telefon die Notiz, meinen Hautarzt in Deutschland aufzusuchen, wenn ich dort bin. Mein chronischer Hitzeausschlag, den ich seit fast einem Jahr auf allen entblößten Stellen mit mir herumtrage, ist nämlich inzwischen nicht mehr einfach nur eine Matte roter Punkte sondern hat sich auf irgendeine Weise zu eine Art sanfte Hügellandschaft versteinert, deren Gipfel rot aufleuchten, wenn ich den Arm in die Sonne halte. Da Narben bei Männern bekanntlich von Charakter und Weltgewandtheit zeugen, fand ich meinen Ausschlag bis jetzt ganz cool. In Anbetracht von Polly werde ich nun trotzdem Doktor M. aufsuchen, den Pickelzauberer, wie ich ihn nenne. Bis auf ihre Haut, das muß ich an dieser Stelle einmal sagen, war Polly phantastisch. Sie sprach allerfeinstes Oxford-Englisch, oder besser: eine Basis-Version davon, die man tatsächlich und Wort-für-Wort verstehen konnte, sie war streng und hatte dabei eine Engelsgeduld für selbst die allerblödesten Fragen, die größtenteils von mir gestellt wurden, und die absurden Diskussionen, die jederzeit und mit großer Vehemenz und Hartnäckigkeit im salonischen Lager ausbrechen konnten. Die16 Seminarteilnehmer konnte man grob in drei verschiedene Gruppen einteilen: Die Fachmänner, die zu allem und jedem etwas zu sagen hatten, die NIchttssager, die zu allem und jedem nichts zu sagen hatten, und die keep-it-easy-Typen, die alle Diskussion mit einem gewissen wissenden Schmunzeln kommentierten und in den Pausen lieber über die Abendplanung als Seminarinhalte plauderten. Ich selber wechselte diese Gruppen mehrmals täglich, was unter anderem auch gesundheitliche Gründe hatte, aber dazu mehr. ALLE diese Spezies hatten gemein, daß sie offenbar nicht wußten oder nicht wahrhaben wollten, daß sie an diesem Seminar teilnehmen, weil ihre persönliche Qualifikation im Finanzbuchhalten einfach katastrophal war. Sprich: Hätten sie ihre Arbeit gut gemacht, würden sie jetzt nicht hier sitzen. Diese Tatsache wurde aber mit einer Selbstverständlichkeit und einem Selbstbewußtsein ignoriert, das mir fast schon unheimlich war. Ersichtlich war diese Kunst des Ignorierens an den ständig aufflammenden Diskussionen über nichts und wieder nichts. Es ging bei diesen Diskussionen einfach und allein darum, wer die meisten Fremdwörter in einen Satz packen konnte, ohne auch nur ansatzweise zu wissen, was diese Fremdwörter überhaupt bedeuten. Das meine ich nicht „anschaulich übertrieben“, „sarkastisch“ oder „zynisch“, sondern wortwörtlich. Es erinnerte mich entfernt an meine Uni-Zeiten, wo es immer irgendwo einen Dummschwätzer gab (zugegeben, nicht selten ich selbst), der fünf Minuten vor der großen Pause noch eine Frage/einen Kommentar loswerden wollte, der nicht im Geringsten zum Seminarinhalt beitrug, sondern immer nur den persönlichen Eitelkeiten der jeweiligen Person zu schulden war, der Prahlerei, Angeberei und dem sich-über-andere-stellen-Wollens, mithin selbst über den Dozenten selbst, was wirklich dumm war, aber heutzutage ja Usus, Uzo und Policy in sämtlichen unserer unterbelichteten deutschen Bildungseinrichtungen ist. Die Spezies der Fachmänner im Seminar war ausschließlich mit Männern aus den Führungsetagen besetzt: Senior Accountants, Senior Financial Managers, etc, pp. Ehrlich gesagt: Wäre ich ein Senior Financial Manager mit 20 Jahren Berufserfahrung, der gerade im Seminar „Finanzen für Dummies“ beigebracht bekommt, wie man ein Budget aufstellt, oder was eine Kostenstelle ist, oder wie man Prozente ausrechnet – ich würde mich schämen. Ich würde mich fragen: Was hab ich eigentlich die letzten 20 Jahre gemacht? Wieso habe ich meinen Job noch? Nicht so die Herren Fachmänner. Mit der Ernsthaftigkeit des Generalstabs in der Wolfsschanze, der gerade erfährt, daß es in Stalingrad nicht läuft und der mathematischen Selbstgerechtigkeit von Pythagoras, halb Athen und dem Erfinder des Dezimalsystems diskutierten die Fachmänner den Dreisatz, oder – mein persönlicher Favorit –, die wissenschaftliche Frage, ob Minus plus Minus Plus ergibt (ja, richtig gelesen, Minus PLUS Minus). Eine Unterkategorie der Fachmänner stellten die Wiederhohler da. Dabei handelte es sich um immer die selben drei Menschen, die auch seltsamerweise immer auf alle Tische verteilt waren. So hatte man an jedem Tisch immer mindestens einen neben sich sitzen. Ein Wiederhohler zeichnete sich durch das verbale zustimmende Wiederholen von allem Gesagten aus. Sagte Polly beispielsweise: „Ordnung ist für die Finanzbuchhaltung essentiell“, so sagen alle Wiederhohler im Chor: „Essentiell, genau.“ Wichtig ist dabei, immer das Wort „genau“ am Ende eines Satzes zu benutzen (im Englischen: „Yes“). Das Unterstreicht den Eindruck, als hätte man das vorher Gesagte sowieso gewußt und nur darauf gewartet, daß es endlich erwähnt wird. Irgendwie wie in der mündlichen Prüfung in der Politikwissenschaft: Der Prüfer fragt zum Beispiel: „Was definiert die Außenpolitik Westdeutschlands?“ Der Prüfling: „Die Westbindung.“ Prüfer (etwas abwesend in die Notizen blickend): „Westbindung, genau..“ Prüfling: „Einbindung in Internationale Organisationen“. Prüfer: „Internationale Organisationen, genau..“ Selbstverständlich weiß der Prüfer das alles, sonst könnte er ja nicht prüfen! Im Seminar sollte es aber doch umgekehrt sein. Nicht so bei „Finanzen für Dummies“. Am besten waren deshalb auch immer die rhetorischen Fragen von Polly: „Denkt ihr, daß man auch mal das Konto eines anderen Geldgeber belasten kann, wenn das Budget nicht ausreicht?“ Wiederhohler-Antwort (nickend) „Anderes Konto belasten, logisch.“ Polly: „Selbstverständlich nicht!“ Wiederholer: „Auf gar keinen Fall, genau..“ Mitte des zweiten Tages bekam ich Zahnschmerzen. Nicht so ein kleines Ziehen rechts unten, wie „wenn zu kaltes oder zu heißes“ auf den Zahn trifft, sondern richtig üble, böse Zahnschmerzen auf der kompletten rechten Seite. Ich konnte mich für keinen Fatz mehr konzentrieren und war mir zudem bewußt ein Kilometer Fußweg vom nächsten Medikamentendealer entfernt zu sein. Ich verließ den Seminarraum, weil die Schmerzen fast unerträglich waren und rauchte auf der Terrasse eine Zigarette, um in Ruhe zu eruieren, was ich denn nun machen würde. Glücklicherweise sah der Rezeptionist mein Leiden und fragte mich, was denn los sei. Er versprach, einen Burschen loszuschicken, um mir Paracetamol zu besorgen. Eine halbe Stunde später rief mich der Rezeptionist aus dem Seminarraum und überreichte mir 20 Paracetamol 500mg. Er gab mir auch noch den Tipp, das Paracetamol zu zerbeißen und auf dem Zahn zu verteilen, was ich aber nicht für medizinisch ratsam hielt. Ich weinte trotzdem fast vor Glück. Ich schluckte eine von den Dingern sofort und zerbiß eine zweite und verteilte sie unter den Zähnen, weil mir vor Schmerzen wirklich alles scheißegal war. Das Paracetamol brachte nicht wirklich was. Paracetamol bringt bei mir eigentlich fast nie wirklich was. Meine Seminarkollegen kamen in der Pause fast im Kollektiv zu mir, um mich zu bemitleiden. Was für nette Leute. Einer sagte sogar: „Heute abend geht’s Dir wieder gut, ich verspreche es Dir. Heute Abend wirst Du lachen und am Strand ein Bier trinken.“ Das ist der Grund, warum ich dieses Land so mag. Und in diesem Moment war ich auf eine gesunde, freundschaftliche Weise verliebt in alle meine Kollegen. Nach dem Seminar ging ich zu meinem Fachapotheker um die Ecke. Mein Fachapotheker war schonmal in Wuppertal und ist mit der Schwebebahn gefahren. Davon abgesehen weiß er wirklich, wovon er redet. Ich vertraue meinem Fachapotheker mehr als jedem anderen praktizierenden oder auch nur lebenden Arzt in diesem Land. Nachdem ich meinem Fachapotheker mein Leid geklagt hatte, verschwand er in einem Kabuff im hinteren Teil seines Ladens, vermutlich dorthin, wo der wirklich harte Stoff aufbewahrt wird. Er kehrte mit einem Tütchen mit zehn Pillchen eines Medikaments namens „Tramadol“ zurück und sagte, ich solle davon bitte bitte nur eine, höchstens zwei, pro Tag nehmen. Ich nahm noch in seiner Gegenwart eine Tablette und schlief wie die darauffolgende Nacht wie ein Baby. Am nächsten Morgen wachte ich wirklich ausgeschlafen auf und machte mich auf den Weg zum Top-Hotel. Dort angekommen schmiß ich meinen nächsten Tramadol-Trip, immer noch nicht wissend, was ich da eigentlich nahm. Nach etwa 30 Minuten bemerkte ich dann seltsame Veränderungen in meiner Konzentrationsfähigkeit und meiner der Fähigkeit, die Augen offen zu halten. Mein Bewußtsein machte seltsame Aussetzer. Einmal fiel ich sogar mit dem Kopf auf den Tisch. Dann ging es wieder für fünf Minuten. Dann wieder Black-Out. Ich beschrieb die Situation der guten Polly, die meinte, das wäre normal wenn man Tramadol, also quasi ein Opiat nähme. Ein Was?! Da hatte mir mein Wuppertaler Apotheker doch tatsächlich sowas wie Opium gegeben – für 12 Cent die Pille wohlgemerkt. Die Mittagspause verbrachte ich ratzend auf einem Liegestuhl am Pool. Den Nachmittag war ich als eine Art Nebelhorn im Seminarsaal unterwegs, daß immer laut tutete, wenn es kurz wach wurde. Immerhin waren die Zahnschmerzen weg. Am Ende bekamen wir noch tolle Zertifikate. Laut denen hatten wir alle dankenswerterweise nicht dem Seminar „Finanzen für Dummies“ sondern „Finanzbuchaltung für Nichtregierungsorganisationen“ beigewohnt. Ich freu mich schon wie Bolle auf die nächste Weiterbildung.
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