Durch Bewegung leben auch Übergewichtige länger

7. November 2012, 10:36 Uhr

Lange wurde es vermutet, jetzt ist es bestätigt: Eine US-Studie belegt, dass selbst mäßige Bewegung im Schnitt das Leben verlängert - egal ob man dünn ist oder dick.

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Radfahren hält fit: Wer seinem Körper regelmäßig Bewegung gönnt, kann auf ein längeres Leben hoffen.©

Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto: Bewegung hält fit und lässt sich leicht in den Alltag integrieren. Dennoch finden wir immer wieder neue Gründe, genau das nicht zu tun. Mal schmerzt das Knie, ein anderes Mal fehlt die Zeit. Einen neuen Anreiz zum Joggen und Treppensteigen liefert eine neue US-Studie. Wie die Forscher herausfanden, verlängert Bewegung im Schnitt die Lebenserwartung – und das unabhängig vom Körpergewicht. So leben leicht fettleibige Menschen, die sich regelmäßig bewegen, im Schnitt länger als normalgewichtige und völlig unsportliche Menschen.

Das Team um Steven Moore vom Nationalen Krebsinstitut in Bethesda wertete die Daten von mehr als 650.000 Männern und Frauen aus, darunter Normalgewichtige und Übergewichtige. Als Maßstab für die Körperfülle verwendeten die Forscher den sogenannten Body-Mass-Index, der das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Die Ergebnisse der Studie sind verblüffend: Wer wöchentlich rund 75 Minuten zügig gehe, steigere seine Lebenserwartung im Schnitt um mehr als eineinhalb Jahre, heißt es im Journal "PLoS Medicine“. Schon leichte Bewegung, wie Gartenarbeit oder zügiges Spazierengehen, könne diesen Effekt bewirken.

Bewegungsmuffel sterben früher

Die positive Wirkung von Sport traf sowohl für die übergewichtigen, als auch die normalgewichtigen Studienteilnehmer zu. Überflüssige Pfunde verkürzten zwar die Lebenserwartung der Dicken, durch Sport konnte dieser Effekt allerdings ein wenig ausgeglichen werden: So lebten sportliche Übergewichtige immer noch 3,1 Jahre länger als schlanke Bewegungsmuffel. Den extremsten Unterschied an Lebensjahren machten die Forscher zwischen fettleibigen, unsportlichen und regen schlanken Teilnehmern aus: Hier starben die Dicken durchschnittlich 7,2 Jahre früher.

"Unsere Ergebnisse könnten vielleicht helfen, untätige Menschen davon zu überzeugen, dass selbst mäßiger Sport gesund ist – auch wenn er sich nicht auf das Gewicht auswirkt“, hoffen die Forscher. Auch deutsche Wissenschaftler fordern mehr Bewegung im Alltag: "Die sitzende Lebensweise ist ein echter Risikofaktor“, meint Professor Ingo Froböse, Sportwissenschaftler an der Sporthochschule in Köln. Zu wenig Bewegung sei mittlerweile ein großes Problem rund um den Globus. "Laut aktuellen WHO-Zahlen sterben pro Jahr 3,2 Millionen Menschen, weil sie sich zu wenig bewegen."

ikr/DPA
 
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