Kleinkinder kann es besonders schwer treffen, wenn sie das erste Mal gegen Lippenherpes kämpfen müssen: Sie haben dann hohes Fieber, auf dem Zahnfleisch, am Gaumen oder auch an der Zunge tauchen plötzlich Bläschen auf - Mundfäule. Sie als Eltern riechen das sofort, denn Ihre Kleinen haben einen äußerst üblen, fauligen Mundgeruch. Außerdem tun die entzündeten Stellen sehr weh.
Ihre Kinder können kaum etwas essen oder trinken und fühlen sich elend. Nach rund einer Woche trocknen die Bläschen ein und die Wunden heilen ab. Einziger Trost: Hatten Ihre Kinder einmal Mundfäule, bekommen sie die Krankheit nie wieder - sie sind ein Leben lang immun dagegen.
Bei Erwachsenen sind die Vorboten vergleichsweise leicht: Zuerst verspüren Sie einen Juckreiz am Lippenrand, dann brennt die Haut und fühlt sich gespannt an. Kurz darauf blühen genau dort die lästigen Bläschen auf. Die befallene Stelle ist meist nur wenige Millimeter groß. Wenn Sie häufiger Lippenherpes bekommen, kann sie auch größer werden und sogar einige Zentimeter Durchmesser haben.
Meist tobt der Herpes dort, wo Sie ihn früher schon einmal hatten. Und manchmal wandern die Bläschen auch. In beiden Fällen platzen sie nach kurzer Zeit auf. Weil die Haut dort verletzt und empfindlich ist, reißt sie immer wieder ein. Es blutet leicht, und Sie haben das Gefühl, dass Sie die Stelle ständig abtupfen müssen. Nach einigen Tagen bildet sich eine Kruste, die später wieder abfällt. Nach acht bis zehn Tagen ist die Wunde meist wieder abgeheilt.
Normalerweise erkennen Sie Lippenherpes an den vielen kleinen Bläschen, die sich auf Ihrer Haut bilden. In seltenen Fällen erobert das Virus aber auch die Nervenzellen anderer Körperteile. Und dann sehen die Krankheitsanzeichen ganz anders aus.
Ist der Herpes-Virus in die Zellen Ihrer Augennerven eingedrungen, kann er die Hornhaut schädigen. Sie sehen dann womöglich schlechter als vorher und können - in ganz seltenen Fällen - sogar erblinden. Auch die Lymphknoten schwellen vielleicht schmerzhaft an, wenn das Virus aktiv wird. Haben Sie hohes Fieber und starke Kopfschmerzen, fällt Ihnen das Sprechen plötzlich schwer und ist womöglich auch noch eine Körperhälfte gelähmt, dann hat der Erreger wahrscheinlich die Zellen im Gehirn besetzt.
Sie haben dann eine virusbedingte Gehirn-Entzündung, die so genannte Herpes-Enzephalitis. Und jetzt gibt es nur noch eins: Gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt. Denn wird die Krankheit nicht behandelt, führt das in über 70 Prozent der Fälle zum Tod.